Freitag, 3. Juli 2015

[Nadja] Arvindûras - Königreich der gräsernen Hügel - Blogtour "Wo der Stern von Erui strahlt" - Teil 2



Arvindûras – Königreich der gräsernen Hügel – Blogtour „Wo der Stern von Erui strahlt“ – Teil 2

Hallo ihr Lieben,

und jetzt geht die Reise des Kommissars auch schon weiter. Also lest und erfahrt, wie es auf seiner Reise weitergeht.


„Interessiert höre ich zu und stelle fest, dass wohl momentan Marshall Bryan sich um die Geschicke der Stadt kümmert, was gleichzeitig beunruhigend ist, denn Marshall Bryan könnte auch jemand sein, der heimlich hinter der Krone ist, daher sollte ich auf jeden Fall vorsichtig mit ihm umgehen. "Der alte Weg des Drachen?", frage ich neugierig nach.
"Der Weg des Drachen ist die Prüfung, die Thoran, der Nachtblaue, einst schuf, um jene zu finden, die würdig sind, Eruis Hohe Krone zu tragen. Nachdem der Schatten das alte Königsgeschlecht vernichtet hat, war dies für viele Hunderte von Jahren der Weg, wie der Hohe Zauber aufrechterhalten werden konnte. Bis irgendwann keiner mehr kam, dessen Herz würdig war, und der Hohe Thron verwaiste."

Langsam beginne ich die Geschicke und die Gedanken, die die Welt und ihre Bewohner lenken und einnehmen, zu verstehen. Ich blicke mich um und genieße die einmalige Naturverbundenheit der Stadt, doch bevor ich weitere Fragen stellen kann, erreichen wir eine zweite Mauer, die den inneren Schlossbereich von der Stadt trennt. Sie ist ebenfalls aus Lehm und die Symbole wirken in dunkelrot und Gold fast edler und schöner als die an der unteren Mauer. Ohne Zögern werden wir durch das Tor gelassen, wo fast direkt eine breite Treppe zum Schlossportal führt. Auch diese Tür öffnet sich ohne zu Zögern und wir betreten eine große, aber schlichte Halle. Sie wird hell beleuchtet. Nur wenige Ornamente und die königlichen Banner zieren die Wände. Mich wundert, dass es so schlicht im Inneren des Schlosses aussieht, dass nach außen hin so prunkvoll wirkt.
An einem langen Tisch seitlich unter einem der hohen Fenster sitzt ein hagerer Mann mit gebräunter Haut. Er ist hochgewachsen und dunkelhaarig. Da ich nicht weiß, wie ich mich zu verhalten habe, warte ich darauf, dass mich Marschall Bryan als ranghöhere Person anspricht. Dieser wirkt in Gedanken und das erste Murmeln verstehe ich nicht ganz. Er und seine Wachen unterhalten sich kurz, bevor er sich an mich wendet.
"Dieses Schloss war unter meinem alten, wie auch unter meinem jungen Herrn sehr für seine Gastfreundschaft bekannt. Und auch, wenn das Andenken an die Königin es eigentlich gebietet, kann ich euch dennoch nicht bleiben lassen. Der Krieg im Westen tobt noch immer. Wir wissen nie, wann und wo sie zuschlagen. Und Arvindûras ist nur einen Katzensprung von den Gletschern entfernt. Wenn es stimmt, dass euch der Flammende Fürst selbst unter seine Fittiche genommen hat, dann soll er Sorge dafür tragen, dass Ihr an den sichersten Platz gelangt, den diese Welt jemandem wie euch bieten kann."

Nicht zum ersten Mal höre ich von dem Krieg, der in diesem Land herrscht, aber da das Thema unangenehm ist und jeder gerne zumindest kurz vor der Realität entflieht und nicht über den Krieg reden will, schneide ich das Thema erst gar nicht an. Ich weiß, dass es für einen Menschen, der nicht in der Magie und in den Kampfkünsten dieser Welt begabt und ausgebildet ist, schwierig sein wird, zu überleben, daher halte ich den Vorschlag des Marschalls für sinnvoll, auch wenn mich Arvindûras als Stadt beeindruckt hat. Die Menschen, die ich hier kennengelernt hatte, waren den Menschen ähnlich, wie er sich eine mittelalterliche Gesellschaft der Menschen vorgestellt hatte. Daher hätte er sich gerne mit ihnen noch unterhalten, aber er war sich bewusst, dass jede Minute zählen konnte, um jemand in Sicherheit zu bringen. "Seid gegrüßt. Danke für eure Gastfreundschaft, Marschall Bryan. Mir ist der Ernst der Lage durchaus bewusst und daher bin ich gerne bereit so schnell wie möglich weiterzureisen. Doch wohin wird mich meine Reise führen?", sage ich schließlich, bevor eine unangenehme Stille entstehen konnte.
https://ssl.gstatic.com/ui/v1/icons/mail/images/cleardot.gif "Talveymar ist euer Ziel, wenn ich recht informiert bin, und glaubt mir, es ist der sicherste Platz für jemanden, wie euch. Bis der Ewige Fürst euch weitergeleitet könnt ihr mit den Männern gehen. Ich habe nichts dagegen, wenn ihr euch ein wenig umseht. Nur tut uns allen einen Gefallen bleibt in den Hügeln nahe der Stadt." Nach einem Wink vom Fürsten verlassen wir auch schon die Halle. Einer der Männer macht den Vorschlag, dass man noch einen Ritt über die Hügeln machen könnte und ich stimme gerne zu, denn auch wenn ich mehr von den Menschen hier erfahren hätte, will ich sie nicht ungefragt in den Häusern stören.

Ich werde von den Männern von der großen Halle aus durch einen langen breiten Säulengang in den südlichen Teil des Schlosses geführt, dann geht ihr eine Treppe hinunter und durch ein Kellergewölbe. Ich bin verwundert, dass wir auf einmal unten ebenerdig hinauskommen, aber ich sehe, dass wir auf einem tieferliegenden Plateau des Berges gelandet sind. Wir erreichen eine Ansammlung von Bauten, die einen großen Platz umgeben. Es sieht fast wie eine Arena aus. Ein Stück weit abseits siehst du auch einige Pferdeställe. Kurz werde ich alleine gelassen, da sich die Männer bei ihrem Kommandanten noch abmelden wollten, bevor wir kurze Zeit später zu den Stallungen gehen. Da ich in der Vergangenheit bereits mal geritten habe, aber das schon länger her ist, bin ich ganz froh, dass ich eine ruhige, ältere Stute gesattelt bekomme. Gemeinsam reiten wir einen Weg an der Stadtmauer vorbei. Das Land wird wieder üppiger und grasbewachsener. Überall weiden Schafe und die Hirten mit ihren Hunden ziehen hinterher. Doch die Hirten sind entweder Greise oder junge Kinder und das macht mich nachdenklich. Es ist das erste Mal, dass man in dieser friedlichen Umgebung wirklich merkt, dass der Krieg angekommen ist, denn alle waffenfähigen Männer wurden wohl in die Armee einberufen, was Erui nicht von der Erde unterscheidet.
"Gegen wen kämpft ihr eigentlich? Also wofür und weswegen gibt es diesen Krieg?", frage ich schließlich, als ich durch die trostlose und gleichzeitig grünblühende Gegend reite, denn diese Frage brennt mir schon die ganze Zeit tief in meiner Seele.

Zwei der Männer wenden die Köpfe ab. Der Dritte braucht lange, bevor er antwortet.
"Wir kämpfen gegen den Schatten. Seit er existiert, hat er unsere Welt immer wieder heimgesucht. Er vergiftet unsere Gedanken und unsere Herzen. Manche Völker waren früher ganz anders. Erui war nie für Krieg und Tod und Hass geschaffen. Doch wenn wir IHN nicht besiegen, wenn wir SEINE dunklen Kreaturen nicht hinter den Bergen halten können, dann wird es sehr bald kein Erui mehr geben ..."
" ... und auch kein Menschenreich, denn die Nebel können IHN nicht aufhalten, wenn ER erst einmal die Krone dieser Welt trägt."
Wir erreichen einige Weiher und immer wieder begegnen mir die weißen Fahnen auf den Bäumen, die von dem Tod des ehemaligen Königs berichtet. Eine kurze Stille legt sich zwischen uns.
"Es ist doch eh alles verloren", wendet der Dritte ein. "Das wir noch eine Chance haben ist Augenwischerei. ER wird kommen, ob heute oder morgen oder an einem anderen Tag. Das spielt doch keine Rolle. ER wird uns alle vernichten."
Ich höre Resignation und Verzweiflung in der Stimme. Es überrascht mich, wie schlimm es um diese Welt wirklich steht. Wenn man die friedliche Umgebung hier sieht, könnte man fast denken, alles wäre harmonisch und glücklich. Doch der Ernst der Lage ist in den Gesichtern der Menschen zu erkennen. Das dieser Schatten Einfluss auf die Menschenwelt hat, erschreckt mich, denn nie hatte ich erwartet, dass Erui und meine Welt so stark verbunden ist, dass es zur Folge hat: Wenn Erui fällt, fällt auch meine Heimat.
"Gibt es denn irgendwo jemand, der es schafft, den Schatten zu besiegen?", frage ich, aber ich ahne bereits, dass es fast unmöglich ist, denn wo soll Licht ohne Finsternis bestehen?
https://ssl.gstatic.com/ui/v1/icons/mail/images/cleardot.gif
Wieder schafft es nur einer der Männer zu antworten. "Es gab sie. Doch jetzt nicht mehr. König Llewellyn glaubt daran, dass noch Hoffnung besteht. Darum ließ er weiße Fahnen hissen im ganzen Reich. Weiße Fahnen für einen gefallenen Stern. Wir versuchen nicht daran zu denken. Wir versuchen den Befehlen Folge zu leisten, die man uns gibt. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass  Llewellyn zurückkehrt aus dem Reich hinter den schwarzen Bergen? Sein Schwur an die Hohe Krone war unser Schutz. Zu gehen hat Erui verwundbar gelassen, denn so sehr ich meinen Herrn, König Dûrowinn, schätze, unter ihm ist der Hohe Zauber schwächer. Die Schatten sind überall. Man ist nirgends sicher."
Ich bin verwirrt und überfordert. Wieder einmal. Doch bevor ich weitere Fragen stellen kann, taucht das rote Einhorn, der flammende Fürst Lykill, auf. „Ihr müsst hier weg,“ sagt Lykill, „die Schatten haben die Spur des Menschen wiedergewonnen. Sie werden bald hier sein." 

Die drei Männer sehen sich an. Dann ändert sich etwas an ihrer Haltung. Sie ziehen ihre Schwerter. Wie schon all die Male zuvor wird es auch diesmal wieder zuerst kalt. Dann öffnet sich ein Schattentor nur wenige Schritte von uns entfernt. Die arvindûrischen Reiter wenden ihre Tiere und galoppieren mutig und entschlossen den Schatten entgegen. Bevor ich weitere Gedanken fassen kann, ob ich meine Begleiter noch einmal wiedersehe, drängt Lykill meine Stute in die entgegengesetzte Richtung. Kurz blicke ich noch zurück, bevor ich entschlossen weiter rede. Das Gespräch und meine Erfahrungen haben mir bewiesen, dass die Schatten sehr gefährlich für mich.
Ein kleiner Hain öffnet sich in den Hügeln. Einer der Schatten verfolgt mich und ich sehe ihn in den Augenwinkeln. „Steig vom Pferd!“, höre ich die Stimme des Einhorns das erste Mal laut und bin verwundert und überrascht. Die Bäume, die Erde, selbst die Luft scheint zu Beben unter den Worten. Doch dann zögere ich keine Sekunde mehr und steige ab und renne zu ihm. Als ich sein Horn an meine Stirn spüre, füllen sich meine Gedanken wieder mit einer Art goldenem Nebel.“ 


Das waren die Erlebnisse des Kommissars am heutigen Tag. Ich hoffe ihr konntet die Arvindûri ein wenig kennenlernen und konntet eine spannende und interessante Geschichte erleben. Morgen geht es weiter bei Jana von Lunas Leseecke, die euch in den singenden Wald mitnimmt auf die weitere Reise des Kommissars. Den genauen Fahrplan der Tour gibt es nochmal hier:


Um mehr über das Gewinnspiel und die Preise zu erfahren, müsst ihr euch noch ein wenig gedulden und die Tour verfolgen. Aber ich denke bei dieser besonderen Tour und Geschichte ist das kein Problem. Ich hoffe ihr seid morgen noch dabei.

Wünsche euch noch einen schönen Tag.
Eure Nadja

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