Dienstag, 21. Juli 2015

[Nadja] Protagonisteninterview - Blogtour "Squids: Die phantastische Reise des Jake Forrester"



Protagonisteninterview – Blogtour „Squids: Die phantastische Reise des Jake Forrester“

Hallo ihr Lieben,

heute sind wir am zweiten Tag der Blogtour zum Roman „Squids: Die phantastische Reise des Jake Forrester“ von Leo Aldan angekommen. Gestern hat euch Jasmin das Buch vorgestellt. Heute interviewe ich die Protagonisten. Ich habe heute Jake Dexter Forrester und Myriam Rosalina Björn Svenkerson zu Gast. Sie tragen ein Goldfischglas bei sich. In dem Glas befindet sich ein Art Tintenfisch, der sich als Wattamdeludes vorstellt.

Hallo ihr drei. Freut mich, dass ihr es einrichten konntet, Nitsituaan zu verlassen und kurz die Erde zu besuchen. Erzählt doch ein wenig über euch, euer Volk, eure Vergangenheit und eure Heimat, damit wir euch besser kennenlernen.
Jake: Da will ich mal anfangen. Ich komme aus Lynn. Das ist eine Stadt in den USA, etwas nördlich von Boston. Ich habe keine Geschwister, und das ist vielleicht auch gut so – wegen meines Vaters. Dafür hatte ich einen Freund, Joey. Als er im Golf Krieg fiel, war es, als hätte ich einen Teil von mir verloren. Ich stürzte mich ins Studium, Astrophysik. Einerseits wollte ich nur noch rational entscheiden und nicht mehr von Gefühlen geplagt werden, andererseits reizte es mich, dem Wesen des Kosmos auf die Spur zu kommen und fremde Welten zu entdecken. Tja, das lief dann beides ganz anders, als geplant.
Myriam: Ich wurde auf Nitsituaan geboren und habe 11 ältere und 3 jüngere Geschwister. Richtige Geschwister meine ich, solche von einer Mama und demselben Paps. Das ist etwas ganz Besonderes und ich bin auch mächtig stolz drauf. Wir wohnen alle zusammen, weil Paps seine Familie um sich haben will. Da sind dann auch die Kinder von meinen drei ältesten Schwestern dabei, normale Kinder, von denen jedes hinten einen anderen Namen trägt. Den ersten Namen darf sich die Mutter aussuchen und den hinteren geben die Kleristen, denn die wissen genau, wer der Vater ist. Die meisten Leute interessiert es aber nicht, weil die Männer bei uns so … langweilig sind. Sicher gibt es hin und wieder einen Randalierer, die gehen aber ganz schnell verschollen, und dann ist es wieder ruhig.
Watemedaludes: Ich möchte mich zunächst ganz herzlich für die Gelegenheit bedanken, mit Ihnen, hochgeschätzte Nadjabookwormdreamers, sprechen zu dürfen. Wie viele meiner Artgenossen bin ich in der Hauptstadt Wellubimarulles aus dem Ei geschlüpft. Aus leider etwas ärmlichen Verhältnissen kommend, habe ich mich sprichwörtlich hochgearbeitet: Angefangen mit Jobs unter Wasser, über Arbeiten im Luftmedium, habe ich schließlich den ersehnten Karrieresprung ins Weltall geschafft, wo ich es zum Raumschiff-Commander brachte. Das war aufregend und lehrreich, denn so konnte ich viele Planeten kennenlernen, so wie den Ihren. Obwohl zwischen euch Menschen und uns Oktoftewiltabinen große äußerliche Unterschiede bestehen, haben wir unlängst gelernt, wie ähnlich wir uns trotzdem im Innersten sind.

Jake, du hast dich sehr dagegen gesträubt, auf Nitsuaan zu bleiben und auf die Erde zurückzukehren. Dabei müsste es doch für dich als Astrophysiker doch ein Erlebnis sein auf einem anderen Planeten zu sein. Warum hast du so gehadert, obwohl du doch mit Myriam glücklich warst?
Jake: Das ist so eine Sache. Für mich ist die Freiheit das Wichtigste, eigene Entscheidungen treffen zu können. Das klingt jetzt so schön rational, ist es aber nicht. Wie kann ich glücklich sein, wenn ich mich gefesselt und geknebelt fühle? Sie stecken tief drin, die Wut und die Hilflosigkeit. Wenn mein Vater betrunken nach Hause kam, war er unberechenbar, handelte willkürlich und irrational. Oft sperrte er mich für Stunden in den Schrank. Wenn meine Mutter dann weinte, schlug er sie. Und ich saß drinnen, zitterte. Ich hätte ihn umbringen können! Aber was sollte ich tun? Einmal bin ich raus und auf ihn losgegangen. Im Krankenhaus haben sie mir die Platzwunden genäht. Ich sei die Kellertreppe heruntergestürzt, hat er behauptet.
Und dann wachte ich auf diesem Schiff auf, aber innerlich saß ich wieder in meinem Zimmer, warte darauf, dass mein Vater mich rausholt und verprügelt. Klar ist das Psycho. Und das war meine Herausforderung: über das alte Trauma hinauszuwachsen, Vertrauen zu gewinnen.
War ich auf Nitsituaan wirklich glücklich mit Myriam? Verstehen Sie mich nicht falsch, sicher bin ich über beide Ohren in sie verliebt und sie ist ja auch ein herzensguter Mensch, aber … Big Brother is watching you - sich ständig beobachtet zu wissen … egal, was man sagt, egal, was man tut, irgendjemand hört mit, sieht zu. Ich kann mich nun mal nicht entfalten, wenn ständig eine Kamera draufhält. Und dann ist da noch das Zuchtprogramm … was hat das mit freiem Willen und Menschenwürde zu tun? Oder gar mit Zuneigung? Nichts! Es ist einfach nur tierisch. Auf Nitsituaan zu bleiben bedeutete für mich, eine Soft-Form der Sklaverei zu akzeptieren. Statt Prügel zu bekommen, wird der eigene Wille gnadenlos durch den des Herrschers ersetzt. Manche merken es nicht, andere finden es bequem. Aber ich wurde schon einmal dominiert. Nie wieder!

Myriam, du bist auf Nitsuaan geboren und aufgewachsen. Wie war das Leben dort in der Gesellschaft? Wie war sie aufgebaut?
Myriam: Na ja, irgendwie wurde mir alles langweilig. Die Meduse wacht über uns und die Kleristen lehren uns ihre Wünsche. Männer arbeiten, Frauen kriegen Kinder. Die Kinder gehören allen und alle kümmern sich um sie. Ich mag Kinder und den Strand und die Sonnenuntergänge, aber….
Erst wusste ich nicht, was mir fehlte, denn wir hatten ja alles: Essen, Versorgung, Vergnügungen. Aber Paps ist anders, ein Wildfang, wie sie sagen, denn er wurde mit einem Schiff gebracht. Er hat als einziger eine Familie. Man stelle sich das einmal vor: Immer der gleiche Partner! Das gibt es sonst nicht bei uns. Doch habe ich gespürt, dass es noch mehr geben muss als ziellos in den Tag hineinzuleben. Schon als Kind verzauberten mich die fremdartigen Geschichten von Paps. Ich wollte diese Welten auch sehen, daher habe ich mich bei den Schiffen gemeldet und dort habe ich Jake kennengelernt.

Watemedaludes, es freut mich den ersten Oktoftewiltabinen auf der Erde zu Gast zu haben. Wie gefällt dir die Erde bisher? Und wann kam dir der Gedanke, dass hinter den Homiden, wie ihr die Menschen genannt habt, mehr als nur ein „Tier“ steckt?
Watemedaludes: Oh, mir gefällt es hier sehr gut, geschätzter Sol-Weibling. Und wie ich anmerken darf, ist das ja auch nicht mein erster Besuch auf diesem Planeten. Besonders vorzüglich gefällt mir diese urzeitliche Atmosphäre hier, die wilden Bestien. Das macht es aufregend, ja gefährlich, in euren Meeren zu verweilen. Und ihr Homiden seid ausgesprochen putzig, wenn Sie mit den Ausdruck verzeihen mögen. Auch seid ihr so erstaunlich, wenn man genauer hinzusehen und die Unterschiede zu erkennen lernt. Es fasziniert mich, dass ihr so ganz anders ausseht als wir und dennoch gelernt habt, primitive Werkzeuge zu benutzen. Oh verzeihen Sie, es war wirklich nicht meine Absicht, eure Wissenschaft und Technologie zu diskreditieren.
Ich denke, der erste Anstoß, meine Ansicht über die Homiden zu ändern, kam von Jake, mit dem ich ja in unserer Weise kommunizieren kann. Hinter diesen gutturalen Lauten, die ihr für gewöhnlich benutzt, konnten wir trotz Audio-Konverter nur wenig höheren Sinn auszumachen. Vielleicht lag das auch daran, dass unsere Herde Homiden -  Entschuldigung -  unsere Population Menschen, durch die Zucht sehr gleichförmig und gefügsam geworden ist. Jake stach von vorneherein durch starrsinnigen Widerstand und Unermüdlichkeit aus der Masse der anderen heraus. Es bedarf Intelligenz und Willensstärke, sich unseren ausgeklügelten Dressurmethoden zu entziehen. Aber es war letzten Endes der Glaube an ein höheres Ziel, der Jake, die Homiden, aus der Klasse der Tiere heraushob. Sie, die Menschen, haben nicht nur um ihren eigenen Vorteil gekämpft, sondern ganz bewusst ihr Leben zum Wohle aller eingesetzt. Das hat uns beeindruckt.

Im Laufe der letzten Monate musstet ihr alle mehr über euch und eure Fähigkeiten lernen. Wie schwierig war es, einander zu vertrauen, wo ihr alle doch unterschiedliche Ansichten habt?
Jake: Vertrauen fällt mir generell nicht leicht. Aber Wate hat mir mehrfach den Hintern gerettet. Das vergisst man nicht. Als er mich dann aufgefordert hat zu springen… Ja, da habe ich nicht mehr nachdenken müssen. Ihm vertraue ich blind. Wenn ich allerdings an diese anderen Fische denke…
Myriam: Die sind schon ganz in Ordnung, Jake. Die brauchen nur noch etwas Zeit. Aber Gura Limka… Sie ist hinterlistig und gemein.
Watemedaludes: Wenn ich ehrlich bin, war es eher eine Frage der Notwendigkeit als des Vertrauens, die uns näher brachte. Ich befürchte, ohne eine gemeinsame Bedrohung hätte es sehr lange gedauert, bis sich unsere Einstellung den Menschen gegenüber geändert hätte.

Die Gesellschaft der Menschen und der Oktoftewiltabinen befindet sich auf Nitsituaan im Umbruch. Wie ist es im Moment dort zu leben? Meint ihr, dass es machbar ist, gemeinsam, gleichberechtigt und miteinander zu leben?
Watemedaludes: Im Moment herrscht unter und über Wasser Aufbaustimmung. Die Schäden der Katastrophe werden behoben, neue Gebäude errichtet. Die gemeinsame Arbeit und das gemeinsame Ziel fördert das gegenseitige Verständnis. Auch haben wir uns durch die Gefahren besser kennengelernt, ja, ich wage sogar zu behaupten, dass die Saat zu gegenseitigem Vertrauen gesät wurde. Leider ist manch einer empfänglicher als andere. Unsere Minister sind bereits zutiefst zerstritten. Ihre Angst ist verständlich, denn die Menschen haben gelernt, unsere eigene Technologie zu verwenden und gegebenenfalls gegen uns zu richten. Fast ist es eine Erleichterung, dass sich die Menschen schon wieder untereinander zanken, was sie davon ablenkt, sich gegen uns zu vereinen. Es ist zum Tentakelrollen! Wir werden noch viel Arbeit haben, bis sich im Gesetzestext und in den Köpfen das Konzept der Gleichberechtigung durchsetzen wird.
Jake: Es ist schon auf der Erde nicht leicht, verschiedene Völker unter einen Hut zu bringen. Aber unterschiedliche Spezies? Auf Nitsituaan bietet sich gerade eine einmalige Chance: die Machtstrukturen sind zerschlagen und haben den Weg zu neuen Vereinbarungen, neuen Gesetzen und zu einer neuen Ethik geöffnet. Kommunikation wird unsere einzige Chance sein, um einen gemeinsamen Nenner zu finden und eine Win-Win-Situation zu schaffen. Nur wenn alle profitieren, kann eine dauerhafte Balance erreicht werden.
Myriam: Auf beiden Seiten haben Viele guten Willen gezeigt. Vielleicht bin ich wieder zu naiv, aber ich glaube, wenn wir lernen uns zu mögen, ergeben sich irgendwelche Lösungen von ganz allein.

Danke, dass ihr euch Zeit genommen hat, bei mir vorbeizuschauen. Ich wünsche euch allen viel Glück für die Zukunft und eine gute Heimreise nach Nitsuuan.


Ich hoffe ihr konntet unsere drei Protagonisten besser kennenlernen und habt einige interessante Dinge erfahren.

Es gibt auch ein Gewinnspiel zur Blogtour. Um am Gewinnspiel teilzunehmen müsst ihr heute eine Frage in den Kommentaren beantworten: Wie nennt sich das Volk zu dem Watamedaludes gehört?

Ihr könnt folgendes gewinnen:


Gewinnspielbedingungen:
Pro Tag kann ein Los gesammelt werden.
Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.
Der Gewinner erklärt sich durch die Teilnahme einverstanden, dass sein Name öffentlich auf allen Blogs genannt wird.
Teilnahmeschluss ist der 28.07.2015 23:59 Uhr.
Für den Versand per Post wird keine Haftung übernommen. Versand nur innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Morgen geht die Tour bei Ekaterina von Bücherwelttraum weiter, die euch etwas über Respekt erzählt. Den gesamten Fahrplan gibt es noch mal hier im Überblick:


Ich hoffe, ihr seid morgen auch wieder dabei. Wir sehen uns am Samstag wieder im Rahmen der Blogtour.

Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja

Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    O.K. diese Wesen gehört zum Volk der Oktoftewiltabinen.

    Man was für eine Name..hihi...

    LG..Karin..

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  2. Hi, mal sehen ob ich das Wort richtig schreibe.
    Die Antwort lautet: Oktoftewiltabinen.

    Danke für das interessante Protagonisteninterview ;-). LG
    rzoellmann90@gmail.com

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  3. Hallo ,

    Sehr interessantes Interview :) Vielen Dank :)
    Antwort lautet: Oktoftewiltabinen.
    Ich wünsche Dir schönen Tag :)

    Liebe Grüße Margareta
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  4. Hi,
    Das interview hat mir sehr gefalen.
    Die Antwort heißt. das Volk nennt sich Oktoftewiltabinen

    Schönen Abend, Petra
    http://reichderbuchgedanken.blogspot.de/

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