Donnerstag, 25. August 2016

[Nadja] Trauer - Blogtour "Blickwinkel - Point of View"



Trauer – Blogtour „Blickwinkel - Point of View“

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch zum vierten Tag der Blogtour zum Buch „Blickwinkel: Point of View“ von K. Elly de Wulf begrüßen. Die Tour ist bei Andra gestartet, die euch das Buch näher vorgestellt hat, bevor es bei Annika um Mixed-Material-Arts ging. Gestern hat sich Stefanie mit Training beschäftigt und heute möchte ich euch etwas zum Thema Trauer erzählen.


Da jeder Mensch nur eine begrenzte Lebensspanne hat und diese irgendwann endet, ist Trauer eine Emotion oder ein Gefühlszustand, der einem mehr oder weniger lange im Leben begleitet. Dabei ist es unerheblich, ob der Tod eines geliebten Menschen zu früh, wie durch Unfälle oder Krankheiten, oder aufgrund des Alters eintritt. Auch wenn man versucht, darauf vorbereitet zu sein, ist man es nicht, dass dieser eine Mensch aus dem eigenen Leben tritt.


Denn es ist etwas Anderes, wenn dieser Tod wirklich Realität geworden ist. Zuerst verfällt man in der Regel in einem Schockzustand. Man ist erstarrt und kann einfach nicht fassen, dass die Person, die man geliebt hat, nun wirklich tot ist, egal ob es sich angekündigt hat oder nicht. Wichtig ist es da jemanden an seiner Seite zu haben, der einem bei der Erledigung des Alltags hilft. Hat man den Schockzustand überwunden, brechen meist in irgendeiner Form die Emotionen aus einem hervor. Man wird von seinen Gefühlen überwältigt und sucht nach dem Grund, warum die andere Person einen alleine gelassen hat. Dabei kann das auch in negativen Emotionen wie Wut und Angst umschlagen.


Hat man diese Phase überwunden, passiert es, dass man im Alltag immer wieder in verschiedenen Situationen an den Toten erinnert wird. So kann es im einfachsten Fall nur ein Geruch sein, der einen an den Verstorbenen erinnert. Dabei macht man sich immer wieder bewusst, dass es den Verstorbenen nicht mehr gibt. Es ist eine Phase, wo man seinen Weg nun im Alltag ohne diesen Menschen sucht und sich anfängt, von diesem zu trennen, da dieser nun nicht mehr da ist, um ein Teil des Lebens sein.


Zwar eröffnet sich irgendwann der Blick in die Zukunft und man fängt an, ohne den Verstorbenen weiterzuleben und die Welt wieder neu zu entdecken, aber es gibt keinen Zeitrahmen dafür, wie lange die einzelnen Phasen dauern. Jeder Mensch ist unterschiedlich und geht unterschiedlich mit Verlust um. So kann es Wochen, Monate oder Jahre dauern, die man in der Verarbeitung seiner Trauer feststeckt.

„»Meine Mom wusste immer alles.«
Luke haderte mit sich, ob er sie nach ihr fragen sollte. Es war ein schöner Tag gewesen. Natalie hatte bis eben vollkommen gelöst gewirkt, und auch er war entspannt und fühlte sich wohl. Warum sollte er diese positive Stimmung mit der Erinnerung an ihre tote Mutter zerstören?
Unschlüssig, was er sagen sollte, trank er stattdessen sein Bier in einem Zug leer.
»Ich glaube zwar, dass sie viele Antworten schlicht improvisierte, aber selbst dabei hat sie mich stets überzeugen können. Sie starb vor knapp elfeinhalb Jahren an Krebs. Als die Diagnose kam, hat es Dad und mich umgehauen. Willst du noch ein Bier?«
»Ähm … Ja, klar. Ähm … Vor elfeinhalb Jahren? Aber … Lamb und Janet haben dieses Jahr ihren elften Hochzeitstag. Er hat es neulich erwähnt«, stammelte Luke und hätte sich ohrfeigen können. »Ja, genau.«
»Aber …«
»Meine Mom war gerade einmal zwei Wochen beerdigt, da schleppte er sie an. Die Hochzeit fand ein halbes Jahr später statt.«
»Das ist ein Scherz, oder?« Luke stand der Mund offen.
»Tja, wenn du es schon nicht nachvollziehen kannst, versetz dich mal in meine Lage damals. Ich konnte es noch weniger glauben oder verstehen, dass er, der meine Mutter angeblich über alle Maßen liebte und den Boden anbetete, auf dem sie ging, sich so schnell jemand neuem zuwenden konnte. Es traf mich wie ein Frontalaufprall aus Tempo 100 gegen eine Betonmauer. Ich wollte um meine Mutter trauern und das mit meinem Vater gemeinsam, aber er zog lieber los, um sich einen Ersatz zu suchen. Komm, wir gehen in die Küche, ich muss das Essen im Auge behalten.«“
(Quelle: Blickwinkel – Point of View, K. Elly de Wulf, bookshouse Verlag)


Wichtig ist es, dass in den Phasen der Trauer es Menschen gibt, die einen unterstützen und nicht in der Trauer alleine lassen. Doch Natalie wird in dem Buch von ihrem Vater mit ihrer Trauer alleine gelassen, da dieser sich gleich eine neue Frau und damit eine neue Mutter für Natalie sucht.

„Er zerriss das Andenken an meine Mutter, trat es mit Füßen, und ich fühlte mich in meiner Trauer allein und in meiner Hilflosigkeit gefangen.“
(Quelle: Blickwinkel – Point of View, K. Elly de Wulf, bookshouse Verlag)

Natürlich geht jeder Mensch unterschiedlich mit seiner eigenen Trauer um, aber man sollte auch irgendwo immer noch Rücksicht nehmen auf die Menschen, die der Verlust auch betrifft. Gemeinsam einen Trauerprozess zu durchzuleben und den Verlust nicht mit Füßen zu treten, ist wichtig, sodass die Verbindung, die der Verstorbene zu den Lebenden hat, nicht komplett zerstört wird, und man sich einander entfremdet.


Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in das Thema Trauer geben und vielleicht ein wenig zum Nachdenken anregen. Es gibt während der Tour auch etwas zu gewinnen und zwar folgendes:

1. Preis - 1 signiertes Print
2. Preis - 2 x 1 E-Book im Wunschformat
3. Preis - 1 Goodiepaket

Ihr könnt jeden Tag ein Los sammeln, indem ihr die individuelle Tagesfrage beantwortet. Meine für heute lautet: Wie wichtig ist es euch, dass andere Menschen euch im Trauerprozess begleiten, vor allem die, die den gleichen Verlust erlitten haben? Oder würdet ihr lieber alleine trauern wollen? Und warum?

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen. Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert. Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook. Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn. Das Gewinnspiel endet am 27.8.2016 um 23:59 Uhr.


Morgen geht die Blogtour weiter bei Nadine vom Blog Traumfantasiewelten, die euch nach Las Vegas bringt. Den gesamten Fahrplan der Tour gibt es hier in der Übersicht:


Montag, 22. August 2016
Blickwinkel – Point of View
bei Andra von Bigsi's Welt

Dienstag, 23. August 2016
Mixed-Material-Arts
bei Annika von Anduria Recca

Mittwoch, 24. August 2016
Training
bei Stefanie von Tausend Leben

Donnerstag, 25. August 2016
Trauer
heute hier bei mir


Freitag, 26. August 2016
Las Vegas
bei Nadine von Traumfantasiewelten

Samstag, 27. August 2016
K. Elly de Wulf
bei Barbara von Mein Leben

Sonntag, 28. August 2016
Gewinnspielauslosung auf allen Blogs


Ich hoffe, euch hat mein Beitrag gefallen und ihr seid morgen wieder mit dabei. Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja


(Verwandte Quellen: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Psychologie-Trauer/seite-2, https://de.wikipedia.org/wiki/Trauer)

Kommentare:

  1. Ich war schon immer jemand der lieber alles mit sich selber ausmacht. Höchstens noch mit meinen Eltern (jetzt leider nur noch mit meiner Mama) darüber reden ist für mich wichtig. Weil mir im Grunde keiner Helfen kann, jeder verarbeitet Trauer anders und selbst enge Freunde können einem da nicht raten. So empfinde ich es, für mich selber.

    LG Anja
    berschweiler.39@web.de

    AntwortenLöschen
  2. Hallo,

    mir würde es sehr helfen, wenn Menschen dir mir nahe stehen mir in solchen schweren Zeiten beistehen. Gerade wenn sie den gleichen Verlust erlitten haben können sie meinen Schmerz am ehesten verstehen.

    LG
    SaBine

    AntwortenLöschen
  3. Ich würde lieber gemeinsam trauern wollen, dann durchsteht man solche Situationen viel besser.

    Liebe Grüße,
    Daniela

    AntwortenLöschen
  4. Ob ich selbst in so einem Fall alleine trauern würde wollen oder leute um mich herrum, das weis ich ehrlich nicht...denn ich wäre in so einem Fall eh nur für andere Da die das gleiche auch durchstehen müssten-da würde ich glaube wohl eher wieder an mich selbst erst zum schluss denken.....
    LG Jenny

    AntwortenLöschen
  5. huhu

    ich bin wohl eher der allein trauerer

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Nadja,
    Danke für deinen Beitrag. Erfahrungsgemäß kann ich derzeit sagen, dass ich zum trauern Leute um mich herum brauche. Und Freunde, Bekannte, die es selbst schon durchgemacht haben, sind wirklich eine gute Stütze. Alleine trauern oder mit niemanden darüber reden, kann ich mir garnicht vorstellen. Ich muss einfach offen damit umgehen, so komme ich am besten klar.
    Liebe Grüße Bettina Hertz
    bettinahertz66@googlemail.com

    AntwortenLöschen
  7. Hallo,
    Jeder kann seine Trauer komplett anders verarbeiten. Einige wünschen sich Sie wären allein und fühlen sich eingeengt. Aber ich persönlich, finde es, das man es gemeinsam überwinden kann. Man fühlt sich nicht allein und wird umsorgt, man erhält Unterstützung von der Familie und von Freunden.
    Lg Stefanie

    AntwortenLöschen
  8. Hallo,

    ich glaube, dass ich persönlich jemand bin, der eher alleine trauert... dennoch finde ich es prinzipiell sehr hilfreich, wenn man auch etwas Unterstützung hat...

    LG

    AntwortenLöschen
  9. Ich musste leider schon mit 13 Jahren erfahren, wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren. Ich war froh, dass ich nicht alleine war. Und dennoch dauert dieser Prozess nicht nur kurz, nein, es dauert womöglich Jahre oder hört sogar nie auf. Auch wenn evtl. die Trauer/der Schmerz geringer wird.

    AntwortenLöschen