Freitag, 17. Februar 2017

[Nadja] Märchenoriginal "Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich" - Aktionstage "Der Axolotlkönig"



Märchenoriginal „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“ – Aktionstage „Der Axolotlkönig“ 


Hallo ihr Lieben,

heute sind wir schon am zweiten Aktionstag rund um das Buch „Der Axolotlkönig“ angekommen, die ich im Rahmen der Buchpatenschaft auf meinem Blog durchführen darf. Heute möchte ich euch eines der Märchen vorstellen, die als Vorlage unserer Märchenadaption gedient haben. Es handelt sich um „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“.


Viele werden an dieser Stelle sich vielleicht über den Titel wundern, aber tatsächlich trägt das Original der Gebrüder Grimm diesen Titel und ist auch ein wenig anders als die Disney-Variante, die wir erzählt bekommen. 

Die jüngste Königstochter spielt am Rande eines Waldes mit ihrer goldenen Kugel. Diese fällt in einen Brunnen und nicht in einen Teich. Da die Kugel ein Geschenk ihrer toten Mutter war, möchte sie diese unbedingt wiederhaben. Daher stimmt sie einem Handel zu. Der Frosch holt ihr die Kugel aus dem Brunnen, wenn sie Speis und Trank und auch ihr Bettchen mit ihm teilt. Da das Mädchen davon ausgeht, dass sie das nicht machen muss, nimmt sie den Handel an und rennt anschließend glücklich mit ihrer Kugel zurück ins Schloss. Der Frosch aber kommt kaum hinterher.
Als dieser dann ein Tag später an der Schlosstür ankommt und darum bittet, das Versprechen eingelöst zu bekommen, will die Königstochter sich ihm verweigern, doch ihr Vater zwingt sie ihr Versprechen einzuhalten. Und sie teilt widerwillig ihr Essen und Trinken mit ihm, kriegt selber dabei kaum ein Bissen herunter, da sie sich vor dem Frosch so ekelt. Deshalb weigert sie sich auch ihn mit ihr sauberes Bett zu nehmen oder ihn gar anzufassen. Wieder muss ihr Vater ein Machtwort sprechen und sie packt den Frosch an zwei Fingern und brachte ihn in eine Ecke ihres Zimmers. Doch ins Bett will sie ihn nicht legen. Der Frosch erpresste sie damit, es ihrem Vater zu erzählen, wenn sie es nicht tat. Aus Wut warf sie ihn an die Wand und aus dem Frosch wurde ein Prinz, ein Königssohn, der gleichzeitig schön und freundlich war.
Gemeinsam verbrachten sie die Nacht in ihrem Bett, nachdem er ihr erzählt hatte, dass eine böse Hexe ihn verflucht hatte und niemand außer sie ihn hätte erlösen können. Morgen schon würden sie gemeinsam in sein Reich fahren.

Am nächsten Morgen fuhr ein Wagen mit acht weißen Pferden an das Schloss heran, geführt von Heinrich, dem Diener des jungen Königs. Er hatte sich drei eiserne Ketten um sein Herz gelegt, damit es nicht vor Trauer um den Verlust des jungen Mannes zersprang. Der Wagen sollte den König nach Hause bringen. Heinrich war in der Annahme, dass dieser immer noch ein Frosch war. Als er dann aber einen Menschen erblickte, gemeinsam mit der Königstochter, freute er sich so sehr, dass auf dem Weg zurück die Ketten zersprangen, da sein Herr nun glücklich und erlöst war. 


Wem meine Worte nicht genügen, kann hier gerne die Originalworte nachlesen. Der größte Unterschied an diesem Märchen ist, dass der Frosch nicht geküsst wird, sondern er gegen die Wand geworfen werden muss aus Wut, damit der Fluch gebrochen wird. Das Alter der Königstochter wird nicht näher definiert, aber sie war noch recht jung, als sie quasi in den Hafen der Ehe segelte und den fremden Prinzen begleitete. Für die damalige Zeit war das wohl nichts Ungewöhnliches, aber für die heutige Zeit. Deshalb vergeht in einigen Darstellungen mehr Zeit zwischen dem Vorfall mit der Kugel und dem Auftreten des Frosches. Während es im Original einer Erziehungsmaßnahme gleicht und die Prinzessin von einem Tag auf den Anderen erwachsen wird, um dann als Verlobte eines Königs das Land verlässt, so wird sie im Laufe der Zeit in anderen Darstellungen von selbst erwachsen.

In unserer Märchenadaption verwandelt sich Fynn in einen Axolotl, einem Schwanzlurch. Er ist auch eine Amphibie, wie der Prinz im Original, allerdings eine Andere. Und auch nur Leonie könnte ihn erlösen, deshalb landet er bei ihr, auch wenn er das viel zu spät bemerkt. Daher habe ich Sylvia zwei Fragen bezüglich dieses Märchens gestellt. 

1.) Warum hast du gerade dieses Märchen als Vorlage für deine Geschichte genommen? 
Sylvia: Ich habe nicht das Märchen gewählt. Das Märchen hat mich gewählt. Da war einfach plötzlich diese Idee von diesem großspurigen Jungen, der glaubt, die Welt liege ihm zu Füßen und dann .... wurde er ein Lurch. :) Leonie kam erst später dazu. Aber im Prinzip hat Fynn es provoziert in einen Axolotl verwandelt zu werden ;). 

2.) Du hast dich bewusst mit dem Originalmärchen auseinandergesetzt und nicht mit der Variante von Disney. Was fasziniert dich am Original? 
Sylvia: Ich bin als Kind mit Märchen groß geworden. Meine Mama hat mir viele vorgelesen und eben meist die Originale von Grimm. Außerdem hatten wir Kinderhörspiele und auch noch Schallplatten, auf denen die Märchen vorgelesen wurden. Ich kannte einfach diese Versionen wesentlich besser. Erst sehr viel später habe ich neue kennen gelernt und teilweise dann als kitschig und falsch empfunden. Außerdem: Gehört ein frecher Frosch nicht an die Wand geworfen, wenn er so einfach ohne Zustimmung im Bettchen der Prinzessin schlafen will? ;)


Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig über das Märchenoriginal des Froschkönigs erzählen und weshalb das eine größere Rolle in unserer Geschichte spielt. Übermorgen geht es mit dem zweiten Märchenoriginal weiter, welches in der Geschichte eine Rolle spielt. Also schaut auch hier vorbei.

Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja


(Verwandte Hilfsquellen: http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_froschkonig_oder_der_eiserne_heinrich, http://www.durchblick-filme.de/froschkoenig/pdf/2_7_Vergleich.pdf, https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Froschk%C3%B6nig_oder_der_eiserne_Heinrich)

1 Kommentar:

  1. Hallo Nadja,

    ein sehr schöner Beitrag. Ich bin ja auch eine Verfechterin des Originals und kenne das Märchen aus meiner Kindheit so, dass der Frosch an die Wand geworfen wird. Disneys Version finde ich ehrlich gesagt ziemlich kitschig ... aber das ist ja bei Disney-Verfilmungen keine Seltenheit. ;-)

    Liebste Grüße
    Myna

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