Sonntag, 19. Februar 2017

[Nadja] Märchenoriginal "Die Schneekönigin" - Aktionstage "Der Axolotlkönig"



Märchenoriginal „Die Schneekönigin“ – Aktionstage „Der Axolotlkönig“


Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch zum dritten Aktionstag zum Buch „Der Axolotlkönig“ von Sylvia Rieß, die ich Rahmen der Buchpatenschaft auf meinem Blog durchführen darf. Heute möchte ich euch das andere Märchen vorstellen, welches als Vorlage unserer Märchenadaption gedient hat, auch wenn es vielleicht nicht zu solch großen Teilen wie „Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich“. Es handelt sich um „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen.


Viele werden die Geschichte kennen, andere vielleicht nicht, aber ich möchte euch gerne kurz in eigenen Worten wiedergeben, worum es in dem Märchen geht:

Alles beginnt damit, dass ein böser Kobold ein Spiegel erschaffen hat, der alles Gute und Schöne zu Nichts verblassen ließ und alles Böse und Schlechte stärker hervorhob. Er war begeistert von seiner Erfindung und begann es jedem anderen Kobold zu zeigen und es wurde alles, was sie sahen, verdreht sichtbar. Nun wollten die Kobolde zum Himmel hoch, um herauszufinden, wie Engel und Gott in diesem Spiegel aussehen würden. Doch auf dem Weg dorthin zerbrach der Spiegel in viele Einzelteile, die über die ganze Welt verteilt wurden.
Wenn jemand eines der Stücke ins Auge bekam, nahm er das Gleiche war, als hätte er immer durch den Spiegel geblickt. Wenn jemand eines der Stücke ins Herz bekam, dann wurde es zu einem Klumpen Eis. Größere Spiegelscherben wurden in Fenster integriert oder in Brillengläser verarbeitet. Vor allem bei Letzterem war es schwierig gerecht zu handeln, da die Spiegelscherbe einem falsche Dinge zeigte.
Der junge Kay bekam ein Spiegelstück ins Herz und auch ins Auge, als er gerade mit seiner besten Freundin Gerda, dem Nachbarskind am Spielen war. Sein Herz wurde zu Eis und alles Gute verblasste und das Schlechte wurde hervorgehoben. Er entfernte sich von Gerda und die Beiden spielten weniger zusammen. Als es Winter wurde und Kay mit den anderen Jungen Schlitten fahren wollte, tauchte ein großer weißer Schlitten auf, an dem Kay den Seinen festband. Es war der Schlitten der Schneekönigin, die ihn hinter sich herzog und anschließend mit in ihr Reich nahm. Denn Kay spürte die Kälte seines Herzens nicht mehr, wenn die Schneekönigin ihn in die Arme nahm, da er dann gar nichts mehr spürte.
Gerda machte sich im Frühjahr auf, Kay zu suchen. Dabei wird sie von den unterschiedlichsten Menschen aufgehalten oder bekommt Hilfe von Ihnen. Eine lange Zeit braucht sie, um das Reich der Schneekönigin zu finden und ins Schloss zu gelangen. Nur durch ihre gemeinsame Vergangenheit und die Tatsache, dass sie ein junges, unschuldiges Kind ist, gelingt es ihr, die Splitter in Kays Herzen und Auge zu zerstören.



Wem auch hier meine Worte nicht genügen, kann das ganze Märchen hier im Originaltext nachlesen. Es ist eine Geschichte voller Magie, Eigennutz und verdrehter Wahrnehmung. Vor allem ist es interessant zu erfahren, wie eine verdrehte Wahrnehmung einen selbst zu Handlungen treibt, weil man es nicht besser weiß. Vor allem als Kind ist man dahingehend noch naiver als als Erwachsener. Ich finde es interessant, auch in Bezug auf die heutige Zeit, wie verdrehte Weltsichten einen prägen, ohne dass man es bewusst wahrnimmt.

Auch in unserer Geschichte spielt ein zerstörter Spiegel eine Rolle, der Leonies Erinnerungen an ihre Großmutter verblassen lässt und sie ein wenig verdreht. Sie verfällt in Depressionen und ein Splitter ist tief in ihrem Herzen verborgen. Im Gegensatz zum Original muss der Spiegel aber wieder zusammengesetzt werden und jeder Splitter an die richtige Position gebracht werden. Ich habe heute Sylvia auch zwei Fragen zu dem Märchen gestellt.

1.) Wolltest du von Beginn an noch ein zweites Märchen adaptieren oder hat sich das erst im Laufe der Geschichte ergeben?
Sylvia: Du vermutest richtig. Meine Intention war nie, noch ein Märchen mit dazuzunehmen. Aber dann kam Leonie und wurde immer stärker und immer präsenter mit all ihren Sorgen und Ängsten und Stärken. Und ich fragte mich: Was hat sie so zerbrochen? Und dann sah ich förmlich, wie ihr der Spiegel aus der Hand fiel. Im Übrigen ist das bei mir oft so, dass sich der Weg meiner Geschichte beim Schreiben findet.

2.) Und warum dann gerade "Die Schneekönigin"? Was fasziniert dich am Original?
Sylvia: An der Schneekönigin mag ich die Komplexität. Sie ist ja an sich schon ein Kunstmärchen, hat also keine Vorlage in der Folklore, sondern wurde von H.C. Andersen frei erfunden. Im Prinzip ist es eine Geschichte über das Erwachsenwerden. Zwei Nachbarkinder, die sich immer gemocht haben, werden bittere Feinde. Einer bemüht sich aber weiter um den anderen, um der alten Freundschaft willen. Als beide heimkehren, sind sie erwachsen. ... Ja, so kann das oft gehen.


Ich hoffe, ihr konntet auch heute „Die Schneekönigin“ ein wenig besser kennenlernen und weshalb das Märchen auch in unserem Märchen eine Rolle spielt. Übermorgen geht es auch schon mit dem letzten Aktionstag weiter, wo ich ein wenig über Cybermobbing erzähle.

Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja

1 Kommentar:

  1. Wie schon die Tage vorher ist das mal wieder ein toller Artikel geworden. Erstmal vielen lieben Dank, dass du dir so viel Mühe gibst. <3
    Ich finde deine Nacherzählungen der Märchen wirklich toll. Gerade diese komplexe Geschichte hast du so gut eingefangen. Und es macht definitiv neugierig. Selbst ich bekomme Lust, das Original einmal wieder zu lesen.

    Im Axolotl ist ja wirklich nur ein Aspekt des Ganzen eingeflossen: Der spigel und die verzerrte Wahrnehmung. Aber genau das fand ich in unserer Gesellschaft heute eine ganz wichtige Aussage.

    Also vielen Dank, Nadja.

    Liebe Grüße,

    Sylvia

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