Mittwoch, 8. März 2017

[Nadja] Inspiration: Die japanische Gesellschaft um 1000 - Blogtour "Tanz der Feuerblüten"



Inspiration: Die japanische Gesellschaft um 1000 – Blogtour „Tanz der Feuerblüten“


Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch zum zweiten Tag der Blogtour zum Buch „Tanz der Feuerblüten“ von Janna Ruth begrüßen. Nachdem euch Tanja gestern die Protagonisten der Geschichte näher vorgestellt hat, geht es heute bei mir um die Heian-Zeit, die der Autorin als Inspirationsquelle für das Setting ihrer Geschichte geliefert hat.


Die Heian-Zeit von 794 bis 1185 war in Japan eine Zeit, in der die Kunst, Kultur und die Sitten in den Vordergrund rückte. Am Hof in Heian lebte man fast in einer Art Parallelwelt, wo man sich nicht groß für die Probleme und Sorge der ärmeren Bevölkerung interessiert, die für das Essen am Hof sorgt. Diese „geringeren Leute“ waren wie Phantome und nicht wirklich wichtig. So ist es auch in unserer Geschichte. Die Kunst und das Leben der Schönheit stehen im Vordergrund des Lebens auf dem kaiserlichen Hof. Deshalb ist es auch wichtig, wie man sich kleidet. Die Art der Kleidung, die Anzahl der Kleiderschichten, die Falten und auch die Düfte müssen der aktuellen Stimmung und der Saison entsprechen. Ein Fehltritt deswegen, wird nicht so gerne gesehen und kommt einem gesellschaftlichen Faux-Pas gleich.


Eine wichtige Figur dieser Zeit war Prinz Genji, dem in unserer Geschichte Ayakas Ehemann nachempfunden ist. Er ist schön und ist der Sohn eines alten Kaisers und seiner Konkubine. Bewandert in den schönen Künsten, wie Malen, Dichten und Tanzen, übertrifft er jede andere Darbietung und wird zu einem Sinnbild dieser Zeit. Genji, der Leuchtende, Genji, ein junger Gott.
Da er relativ jung den kaiserlichen Hof verlassen muss, da sein Vater zuviel Aufmerksamkeit seiner Konkubine widmet und die Kaiserin um den Thronanspruch ihrer Kinder fürchtet, wird er vom Hof verbannt. Dort umwirbt er eine junge Frau, die später die Frau seines Bruders und damit die Kaiserin des Reiches werden soll. Allgemein besteht eine Ähnlichkeit zwischen seiner Mutter und den Frauen, die er umwirbt, was an dem frühen Verlust dieser begründet liegt.


Es war zur damaligen Zeit nicht unüblich, mehrere Frauen zu heiraten. Vor allem bei Männern in adliger Position wurde es gerne gesehen, dass diese mehrere Frauen hatten, da es auch die Macht und den Reichtum zeigte. So war es nicht unüblich neben der Hauptfrau, die einem bereits in Kindesjahren versprochen wurde, auch bis zu zehn Nebenfrauen und zahlreiche Affären zu haben.
Prinz Genji pflegte dies vielleicht noch intensiver als andere Männer seines Standes, weil seine Schönheit und seine Poesie ihresgleichen suchte.
Wenn man eine Frau umwerben wollte, schickte man seiner Angebeteten ein Gedicht aus 31 Silben. Je nachdem, wie die Antwort ausfiel, wurde dann ein weiterer Briefwechsel vollzogen bis es irgendwann zu einem Treffen kam. Dabei wurde mit Worten gespielt und die Bedeutung hinter den Worten war wichtig zu verstehen, um eine Zusage von einer Absage zu unterscheiden. Ist man ungewandt in der Poesie, so ist es eher unwahrscheinlich, dass die Angebetete einen erhört. Genau solch eine Werbung schickt Jinnan an Ayaka, die ihm auch antwortet. So beginnt in unserer Geschichte ein Briefwechsel.


Die Aufmerksamkeit von Prinz Genji und auch Ayakas Ehemann wird immer wieder von jüngeren Frauen wieder angezogen, die seinen jetzigen Frauen ähnlich sehen. Die Aufgabe der Ehefrauen ist es nur schön auszusehen, für ihren Mann da zu sein und sich den schönen Künsten zu widmen. Sie werden zu Menschen zweiter Klasse degradiert, was man auch dadurch sieht, dass sie nicht wirklich in die Politik, wenn mal darüber gesprochen wird, einbezogen werden. Sie sollen ihren Mann ablenken. Vielleicht ist auch deshalb Ayaka in unserer Geschichte eine Außenseiterin, weil sie sich auch für die Geschehnisse außerhalb des Hofes interessiert und nicht für das Innere. Daran merkt man auch, dass sich die Autorin zwar von der Gesellschaft damals hat inspirieren lassen und in Ayakas Ehemann eine Parallele zu Prinz Genji gezogen hat, aber dennoch eine eigene Welt und Geschichte hat entstehen lassen.


Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig über die Heian-Zeit erzählen und inwieweit diese als Inspiration für unsere Geschichte gedient hat. Es gibt auch etwas während der Blogtour zu gewinnen und zwar folgendes:

1 Überraschungspaket inkl. E-Book im Wunschformat

Es kann jeden Tag ein Los gesammelt werden, indem die individuelle Tagesfrage beantwortet wird. Meine für heute lautet: Könntet ihr in einer Gesellschaft leben, in der Schönheit, Kunst und Sorglosigkeit im Vordergrund steht?

Teilnahmebedingungen:
Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.
Versand nur innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für den Postversand wird keine Haftung übernommen.
Das Gewinnspiel endet am 11.03.2017 um 23:59 Uhr. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt man sich im Gewinnfall bereit, öffentlich namentlich am Ende der Blogtour genannt zu werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Keine Barauszahlung des Gewinnes möglich.
Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung mit Facebook und wird nicht von Facebook organisiert.


Morgen geht die Blogtour weiter bei Sinah von Pink Mai Books, die euch etwas zu japanischen Geistern und Dämonen erzählt. Den gesamten Fahrplan der Tour gibt es noch einmal hier in der Übersicht:


Dienstag, 07. März 2017
Wer sind die Protagonisten?
bei Tanja von Buchstaebliches

Mittwoch, 08. März 2017
Inspiration: Die japanische Gesellschaft um 1000
heute hier bei mir

Donnerstag, 09. März 2017
Japanische Geister und Dämonen
bei Sinah von Pink Mai Books

Freitag, 10. März 2017
Die fünf Elemente
bei Steffi von Leseengels Buchblog

Samstag, 11. März 2017
Fantasy mit fernöstlichem Touch statt schnödem Mittelalter
bei Michéle von Elchi's World of Books

Sonntag, 12. März 2017
Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs


Ich hoffe, euch hat mein Beitrag gefallen und ihr seid morgen wieder mit dabei. Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja

(Verwandte Hilfsquellen: Geo-Reportage „Am Hof der Sorglosen“, https://de.wikipedia.org/wiki/Heian-Zeit, https://de.wikipedia.org/wiki/Ehe_und_Scheidung_in_Japan, https://de.wikipedia.org/wiki/Genji_Monogatari)


Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    interessante Frage...hm, wenn alle es tuen und es niemanden anderen schadet.
    Ich mag kein gutes Leben führen auf Kosten von anderen...O.K. dann ja gerne.

    Sonst nein....

    LG...Karin...

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  2. Nein, kann ich mir nicht gut vorstellen.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  3. Einen tollen Beitrag hast du da verfasst. Toll finde ich vor allem auch, wie du immer wieder den Vergleich zum Buch gezogen hast und dich darauf bezogen hast.

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  4. Hallo,
    ich würde so ein Leben nicht leben wollen. Klar ist es bestimmt schön, sich um nichts Sorgen zu machen, wenn es aber auf Kosten anderer geht, ist das nichts für mich.
    Liebe Grüße
    Isabell

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  5. huhu

    wenn andere dafür leiden müssen nee lieber nicht sorglosigkeit sollte jeder haben

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  6. Hallo,

    ich finde vor allem die Kunst sehr wichtig, denke aber auch, dass auch andere Dinge sehr wichtig sind, weshalb so eine Gesellschaft nichts für mich wäre...

    LG

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