Sonntag, 6. Dezember 2015

[Nadja] Deutsche Weihnachtsbräuche - Quer durch den Advent



Deutsche Weihnachtsbräuche – Quer durch den Advent

Hallo ihr Lieben,

ist es schon wieder soweit und wir haben bereits den zweiten Advent? Ja, es ist tatsächlich schon der zweite Advent und damit ist auch der zweite Beitrag der Quer durch den Advent-Aktion angebrochen. Nachdem ich euch letzte Woche ein Rezept zu Schokoladen-Glühwein-Muffins gezeigt hatte, geht es heute mit deutschen Weihnachtsbräuchen weiter.


Ihren Ursprung haben die Weihnachtspyramiden im 18. Und 19. Jahrhundert. Sie haben sich aus den sogenannten Dresdner Pyramiden entwickelt, die aus vier bodenlangen Stäben, die mit Grünpapier umwickelt waren, bestanden. Sie wurden wie ein Indianerzelt aneinandergestellt und oben zusammengebunden. Dekoriert wurden diese Dresdner Pyramiden mit Goldsternen oder Kerzenhalter auf 2 oder 3 Etagen verteilt.
Von den Schnitzern und Drechslern im Erzgebirge wurde dann die die heutzutage bekannte Weihnachtspyramide geschaffen. Auf mehreren Stockwerken verteilt werden sowohl Bilder aus dem alltäglichen Leben dargestellt, als auch Bilder, die mit Christi Geburt, Engel, dem Paradiesgarten, Aposteln und Heiligen zu tun haben. Zusätzlich wurden zuerst Öllampen um die Weihnachtspyramide verteilt, da Wachskerzen zu teuer waren, bevor es auch Paraffinkerzen und Stearinkerzen Mitte des 19. Jahrhunderts schafften. Mittlerweile gibt es Weihnachtspyramiden in den unterschiedlichsten Größen und mit unterschiedlichsten Materialien. Meist befindet sich oben auf der Weihnachtspyramide ein Flügelrad, die durch die Hitze der Kerzen in Bewegung gesetzt wird.

Ursprünglich war die Weihnachtskrippe ein protestantisches Weihnachtssymbol, was sich Luther für den Christbaum aussuchte. Die erste Weihnachtskrippe wurde im Jahr 1233 von Franz von Assisi im italienischen Greco mit lebenden Tieren im Rahmen einer Feier abgehalten. Die katholische Kirche grenzte sich zu anfangs stark von der Darstellung einer Geburts- oder auch Weihnachskrippe ab.
Mittlerweile findet man aber sowohl in der katholischen als auch evangelischen Kirche im Advent und auch in der Weihnachtszeit Krippen, die teilweise auch als lebende Krippen und im Rahmen einer Krippenspiels dargestellt werden. Aber auch in Wohnungen werden kleine Weihnachtskrippen aufgestellt. Vor allem das Krippenspiel dient dazu, dass Kinder die Weihnachtsgeschichte besser begreifen können. Sie ist also irgendwie immer noch ein Symbol des Glaubens.


Bereits allen vorchristlichen Kulturen spielten immergrüne Bäume eine große Rolle. Sie wurden als Dank- und Opfergabe an die Götter der Sonne und Fruchtbarkeit gegeben, um den Frühling zur Wiederkehr zu bewegen.
Im Mittelalter wurden diese Bäume als Schmuck für Straßen und Markplätze verwendet in der Zeit um Weihnachten. Da diese Bäume ursprünglich ein heidnischer Brauch war, gab es im frühen Mittelalter eine Phase, wo diese immergrünen Bäume von der Kirche verboten wurden. Doch um 1600 änderte sich diese Überzeugung und neben der Tannen auf der Straße und auf den Marktplätzen wurden Häuser, Kirchen und Straßen mit Lorbeer, Eibe und Efeu bestückt, was als Symbol für Jesus diente, der zugleich Gott und Mensch war und sich wie eine Pflanze entwickelte, aber niemals vergehen sollte. In der Kirche dienten diese Bäume als Erinnerung an den Paradiesbaum.
Am Tag vor Weihnachten wurde auch vor Zünften und Innungen damals ein Tannenbaum aufgestellt. Diese wurden dann auch mit Pfefferkuchen, Nüssen und Früchten dicht behängt. Am Weihnachtsmorgen wurden diese Bäume vor den Ärmsten der Gemeinden und den Kindern geschüttelt, was ihnen den Namen Schüttelbäumchen oder Fressbäumchen einbrachte.
Es dauerte noch eine Weile bis der Weihnachtsbaum als solcher Einzug in den heimischen Wohnungen erhielt. Es wurden Weihnachtsbäume zeitweise mit der Spitze an die Decke gehangen und wie ein Kronleuchter dekoriert, bevor der Tannenbaum stehend in den Wohnungen zu finden war. Es gab seitdem viele verschiedene Dekorationsvarianten, zum Beispiel wurde in ärmeren Jahren und Familien selbst gebastelte Girlanden und Figuren aus Papier an den Weihnachtsbaum gehangen.


Die ersten Christbaumkugeln entstanden im 19. Jahrhundert, als die Glasbläser im Thüringer Welt Existenzängste hatten, da ihre Halsketten aus wachsgefüllten Glasperlen nicht mehr genügend nachgefragt wurden. Daraufhin beschloss man sich erst Glasspielzeuge zu produzieren, bevor man sich an Glasperlen versuchte, die so groß wie Äpfel waren. 1848 wurden die ersten Christbaumkugeln verkauft in drei verschiedenen Größen. Vom Aussehen glichen sie den heutigen Glaskugeln bereits, aber sie wurden noch mit Silbernitrat und Blei ausgegossen. Vor allem letzteres ist gesundheitsschädlich und sorgte für einen nicht so schönen Glanz. Schlichte Christbaumkugeln aus verspiegeltem oder buntem Glas setzen sich aber schnell durch und gingen fabrikmäßig in Serie.
Variantenreicher wurde der Christbaumschmuck mit Gründung des Kaiserreichs. So wurden die Glaskugeln aufwändiger bemalt mit unterschiedlichen Glimmer oder Motiven. Heutzutage gibt es sowohl noch handbemalte Christbaumkugeln als auch welche, die maschinell mit Hilfe von Sieb- und Tiefdrucken bedruckt wurden. Es gibt auch nicht nur die Glaskugeln, sondern auch Figuren aus Glas, die von den Glasbläsern hergestellt werden mit weihnachtlichen Motiven.


Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig über den Hintergrund der Weihnachtsbräuche, die ihren Ursprung in Deutschland haben, erzählen und euch ein wenig in Weihnachtsstimmung versetzen. Nun möchte ich gerne von euch wissen: Welche Bräuche sind für euch zur Weihnachtszeit besonders wichtig und was gehört für euch dazu?

Wenn ihr die Frage beantwortet, könnt ihr ein Los für den Lostopf sammeln für das Weihnachtsgewinnspiel. Gerne könnt ihr auch Bilder da lassen.

Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja


(Verwandte Quellen: http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsdekoration/Weihnachtspyramide.html, http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsdekoration/Weihnachtskrippe.html, http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsbaum.html, http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsbaum/Christbaumschmuck.html)

Kommentare:

  1. Hallo,

    also bei mir gehört es dazu,dass ich meine Wohnung schön weihnachtlich schmücke.
    Weihnachten immer mit meiner Familie zusammen verbringe.

    Gruß
    Monika B.
    lesetrine@gmx.de

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  2. Hallo und guten Tag,

    jeden Adventssonntag kommen alle in der Familie um etwas 18.30 Uhr zusammen.

    Wir machen dann jeweils eine weitere Kerze am selbst gebastelten Adventskranz an. Singen Weihnachtslieder, essen Plätzchen...gestern gab es selbst gemachte Butterplätzchen und trinken dazu warmen Apfelsaft mit einer Zimtstange.

    Am Sonntag davor gab es Weihnachtsmuffins. Jeden Sonntag halt etwas andere.

    Man hält einfach mal kurz inne und wird etwas besinnlich so sehe ich die Sache und bin froh das, dass ein fester Bestandteil in unserer familienvorweihnachtlichen Zeit ist.

    In diesem Sinne allen eine schöne Zeit..LG..Karin...

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  3. Hallo,

    für mich gehört neben dem Plätzchen backen auf jeden Fall das Schmücken des Christbaums dazu, da mich das dann so richtig in Weihnachtsstimmung bringt ;)

    LG

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  4. Also bei uns ist es zum Beispiel Brauch zusammen den Weihnachtsbaum zu schmücken, Plätzchen zusammen zu backen und zusammen zu kochen. Ist immer ganz lustig , wenn Viel zu viele Leute in der Küche rumwuseln.
    Lg und frohe Weihnachten
    Ricarda;-)

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  5. Hallo,
    In der Vorweihnachtszeit darf der Adventskranz und der Adventskalender nicht fehlen und zwar für Groß und Klein. 😃
    Liebe Grüße Bettina

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  6. Außer Advemtskranz und Adventskalender gibt es bei uns keine Bräuche! Da wir auch über Weihnachten wegfahren, haben wir noch nicht mal einen Weihnachtsbaum! LG

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  7. Hallo und vielen Dank für diese schöne und interessante Vorstellung von Weihnachtsbräuchen! Bei uns gehören zur Weihnachtszeit eine Weihnachtspyramide, Räuchermännchen, Schwibbogen, Adventskalender, Adventskranz und auch ein Weihnachtsbaum mit Lichterkette, Christbaumkugeln und Lametta dazu. Außerdem müssen wir mindestens einmal in der Adventszeit Plätzchen backen und einen Weihnachtsmarkt besuchen.

    Viele liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

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  8. Hallo,
    das ist ein total interessanter Beitrag! Ich wusste so einiges davon noch nicht! ;-) Dankeschön!
    Bei uns wird in der Adventszeit im Haus alles weihnachtlich dekoriert, auch ein Pyramide gehört dazu. Und selbstverständlich ein klassischer Adventskranz.
    Kurz vor Hlg. Abend wird dann der Christbaum aufgestellt und geschmückt.
    Am Hlg. Abend selbst gibt es bei uns traditionell Sauerkraut und Bratwürste zu essen. Anschließend bescheren wir innerhalb der Familie und zum Abschluss des Tages gehen wir in die Christmette. An einem der Feiertage kommen dann die Eltern zu Besuch und bleiben bis ins neue Jahr.
    Vielen Dank für das tolle Gewinnspiel!
    Liebe Grüße und einen guten Start ins neue Jahr wünscht Anakalia

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  9. Hallo,

    Plätzchen backen gehört für mich dazu...Sonst habe ich keine Bräuche...

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