Mittwoch, 16. März 2016

[Nadja] Silvia Stolzenburg im Gespräch - Blogtour "Tödliche Jagd"



Silvia Stolzenburg im Gespräch – Blogtour „Tödliche Jagd“

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch zum sechsten und letzten Tag der Blogtour zu „Tödliche Jagd“ von Silvia Stolzenburg begrüßen. Gestartet ist die Tour bei Tine, die euch das Buch näher vorstellt, bevor es bei Yvonne rund um die Charaktere ging. Danach hat euch Barbara einen Blick hinter die Kulissen gegeben, bevor es vorgestern bei Stefanie rund um länderübergreifende Polizeiarbeit ging. Gestern hat euch Tamara etwas über das Zusammentreffen von Privatleben und Berufsleben erzählt. Heute habe ich ein Interview mit der Autorin des Buches für euch.


(© Oliver Vogel)

Hallo Silvia, danke, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Erzähle doch ein wenig über dich.
Silvia: Hallo, danke für das tolle Interview. Zu mir gibt es eigentlich gar nicht so viel zu erzählen. Ich liebe Bücher, bin überglücklich, mit dem Schreiben meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können und gehe vermutlich meiner gesamten Umwelt auf den Keks, weil ich immer an irgendeiner Geschichte „rumspinne“. Egal, wo ich bin, mein Notizbuch ist immer mit dabei, ob beim Kaffeetrinken, beim Radeln oder beim Shoppen. Meinen Mann treibt das manchmal fast in den Wahnsinn. Wenn ich nicht schreibe oder in Gedanken an einem Charakter feile, fahre ich leidenschaftlich gern Rennrad und experimentiere ein bisschen in der Küche herum. Nichts Einfaches, wo wäre da die Herausforderung? Zurzeit wurschtle ich mich durch einen ganzen Stapel indischer Rezepte und malträtiere allerhand Versuchskaninchen mit den Ergebnissen meiner Kochkunst.

Welche Eigenschaft an dir gefällt dir am besten und welche Eigenschaft magst du an dir nicht?
Silvia: Am besten gefällt mir meine Selbstdisziplin. Das ist allerdings auch die Eigenschaft, die mich manchmal am meisten an mir stört, weil sie sich recht schnell zur Kontrollsucht auswachsen kann. Also immer die Balance halten...

Bücher waren immer Teil deines Lebens und immer treue Wegbegleiter. War das ein Grund, warum du dich für ein Studium der Germanistik und Anglistik entschieden hast? Oder gab es dafür noch andere Gründe? Und wie ist das Studium so verlaufen?
Silvia: Eigentlich wollte ich Archäologie studieren, weil Geschichte neben Büchern meine zweite Leidenschaft ist. Ein Studienberater meinte allerdings, das wäre brotlos, also habe ich mich für Anglistik und Germanistik entschieden ;-) Die englische Literatur (das war mein Hauptfach, in dem ich auch promoviert habe), ist einfach faszinierend. Das Studium hielt natürlich einige Überraschungen bereit, aber die habe ich mehr als Herausforderungen gesehen. Da man sehr, sehr viel lesen muss, war die Regelstudienzeit von damals 9 Semestern natürlich nicht einzuhalten. Allerdings bereue ich es keine Sekunde lang, mich für dieses Studium entschieden zu haben. Da die Erzählforschung mein Schwerpunkt war, konnte ich dieses Wissen natürlich als Autorin sehr gut gebrauchen.

Nach dem Studium hast du dich entschlossen, es mit dem Schreiben eines Romans zu versuchen. Wie waren für dich die Anfänge des Schreibens? Fiel es dir leicht, deine Worte, Gedanken und Charaktere zu Papier zu bringen, oder eher nicht?
Silvia: Die Idee kam mir, als ich auf die Bewertung meiner Dissertation warten musste. Plötzlich war da dieses Loch und mir war entsetzlich langweilig. Ergo dachte ich mir: Warum nicht all die Theorie mal in die Praxis umsetzen? Der Einstieg war erstaunlich leicht, was sicher auch daran lag, dass ich wusste, wie wichtig eine saubere Komposition ist, wenn man einen Roman plant. Den ersten Roman, „Töchter der Lagune“ habe ich - um es ein bisschen anspruchsvoller zu machen - zuerst auf Englisch geschrieben („Daughters of Venice“) und ihn dann übersetzt. Danach habe ich allerdings auf Deutsch umgeschwenkt. Für mich ist es unvorstellbar, einen Roman zu schreiben, ohne das Handwerkszeug dazu zu besitzen.

Mittlerweile bist du ja eine erfolgreiche Autorin und hast viele Bücher veröffentlicht, aber vor allem sind es historische Romane. Warum gerade dieses Genre? Und wann kam der Gedanke, etwas Anderes zu schreiben? „Tödliche Jagd“ ist ja dein erster veröffentlichter Kriminalroman.
Silvia: Wie ich oben schon gesagt habe, ist meine zweite große Leidenschaft die Historie. Es ist für mich wie Fliegen, wenn ich mich in Gedanken in eine andere Zeit hineinversetzen, dem Alltag der Menschen nachspüren und eine ganz andere Welt auferstehen lassen kann. Natürlich ist ein Roman immer ein Roman, kein Geschichtsbuch, weshalb man als Autor die Freiheit hat, Lücken in der Geschichtsschreibung mit der eigenen Fantasie zu füllen.
Ich selbst lese allerdings fast nur Krimis und Thriller, weshalb ich mich vor zwei Jahren endlich getraut habe, selbst in dieses Genre zu wechseln. Am faszinierendsten daran ist für mich, dass ich in einem zeitgenössischen Krimi jedes Wort benutzen darf, das mir in den Sinn kommt. Das macht man im historischen Roman nicht. Deshalb ist Krimischreiben für mich wie Malen mit unendlich vielen Farben.
Ich liebe beide Genres, oder eher alle drei, mein erster Thriller erscheint im Frühjahr 2017. Jedes Genre hat seinen eigenen Reiz, mal sind die Charaktere wichtiger, mal die Handlung, mal das Setting, also der Handlungsort.

Woher kriegst du die Inspiration und die Ideen für deine Bücher? Sie erfordern ja teilweise auch sehr viel Recherche. Und wie lange dauert die Recherche dann für ein Buch?
Silvia: Inspiration „lauert“ überall. Beim Radeln, im Biergarten, im Supermarkt an der Kasse, im Museum ... Egal, wo ich bin, irgendein Ereignis, egal wie unwichtig, kann die Idee zu einem neuen Buch liefern. Die Idee zu „Tödliche Jagd“ kam mir zum Beispiel beim Radeln, als ich gesehen habe, wie grausam ein kleines Kätzchen mit einer Eidechse gespielt hat. Das hat mich tief schockiert - die Katze hat der Eidechse die Augen ausgekratzt, um sie dann hin und her zu schubsen - und schon war die Idee da. Meine Recherche nehme ich sehr ernst, sowohl beim historischen Roman als auch beim Krimi. Das kann bis zu einem halben Jahr in Anspruch nehmen, beim Krimi gehe ich, wo möglich, vor Ort und lasse mir alles genau erklären. Bisher habe ich auf diese Art und Weise ganz tolle und hilfreiche Menschen kennengelernt.

Was war dein erster Gedanke zu „Tödliche Jagd“? Welche Szene oder welcher Charakter ist zuerst entstanden?
Silvia: Den ersten Gedanken kann ich nicht verraten, das würde spoilern. Aber die erste Szene war die mit dem Kätzchen, im Buch ist es die erste Szene im Zoo. Der erste Charakter war natürlich Anna Benz. Sie ist ganz klar die Hauptfigur, ihre Kollegen sind Nebenfiguren. Anna basiert auf einer realen Figur, der ich natürlich gerecht werden wollte.

Deine Ermittler sind ja in Stuttgart beheimatet. Warum spielt dein Buch gerade dort? Und warum hast du nur wenig schwäbische Mundart in dein Buch einfließen lassen? Hast du bewusst, mehr Hochdeutsch einfließen lassen, um es von einem Regionalkrimi zu unterscheiden?
Silvia: Da ich im Ländle wohne, war für mich klar, dass meine Ermittler in Stuttgart sein müssen. Ich mag die Stadt sehr, kenne mich gut dort aus und kann dort natürlich mehr plausible Fälle ansiedeln als in einem kleineren Ort. Mundart ist OK, aber für mich persönlich stört das den Lesefluss. Ein paar Ausdrücke sind wichtig, weil sie eben typisch sind, aber ich möchte, dass auch Leser aus Norddeutschland eine Chance haben, meine Krimis zu lesen. Außerdem ist Schwäbisch ja so komplex, dass man sich zum Teil von Dorf zu Dorf nicht versteht, wie ich bereits im Kindergarten erfahren habe.


Hast du ein Lieblingsbuch unter deinen Büchern?
Silvia: Nicht eins, ich bin gierig, es sind zwei :-) „Tödliche Jagd“ und „Die Fliege“.

Hast du irgendwelche Schreibrituale oder Tipps fürs Schreiben?
Silvia: Mein Ritual ist ziemlich langweilig. Aufstehen, frühstücken, arbeiten, Mittagspause, arbeiten, Feierabend. Zwischendrin Sport, wann immer es die Zeit erlaubt oder der Kopf zu voll ist. Mein Tipp für alle, die professionell schreiben wollen: Disziplin. Ohne die geht es nicht, wenn man davon leben will. Wer einfach mal nur ein Buch veröffentlichen will, kann das natürlich entspannter angehen.

Danke, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Möchtest du am Ende noch etwas deinen Lesern oder einfach so sagen?
Silvia: Ich danke dir. Gern würde ich mich hier bei allen bedanken, die meine Bücher lesen, rezensieren und weiterempfehlen. Ich schreibe meine Romane für euch, und es freut mich riesig, wenn sie euch genauso viel Spaß machen wie mir.


Ich hoffe, euch hat das Interview gefallen und ihr konntet die Autorin ein wenig näher kennenlernen. Es gibt auch etwas zu gewinnen:
 
1. Preis: 1 Print
2. Preis: 2 Schlüsselanhänger "Tiger"
3. Preis: 2 signierte Lesezeichen

Ihr könnt jeden Tag, ein Los für den Lostopf sammeln, in dem ihr die individuelle Tagesfrage  beantwortet. Meine für heute lautet:Welche Frage würdet ihr der Autorin stellen wollen?


Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 16.3.2016 um 23:59 Uhr.


Da heute der letzte Tag der Blogtour ist, kann ich natürlich nicht mehr den morgigen Tag verlinken. Aber falls ihr gerade erst auf die Tour aufmerksam geworden seid  oder einzelne Beiträge verpasst habt, habe ich nun noch einmal den Fahrplan der Tour für euch:


Freitag, 11. März 2016
Tödliche Jagd
bei Tine von Mein Bücherparadies

Samstag, 12. März 2016
Die Charaktere
bei Yvonne von Ein Anfang und kein Ende

Sonntag, 13. März 2016
Hinter den Kulissen
bei Barbara von Mein Leben

Montag, 14. März 2016
Länderübergreifende Polizeiarbeit
bei Stefanie von Tausend Leben

Dienstag, 15. März 2016
Zusammentreffen von Privatleben und Berufsleben?
bei Tamara von Tamys Bücherwelt


Mittwoch, 16. März 2016
Silvia Stolzenburg im Gespräch
heute hier bei mir

Donnerstag, 17. März 2016
Gewinnspielauslosung auf allen Blogs


Ich hoffe, euch hat die Tour gefallen und ihr konntet ein spannendes Buch kennenlernen. Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja

Kommentare:

  1. Hallo,

    mich würde interessieren was sie privat lesen und was da ihr Lieblingsbuch ist.

    LG
    SaBine

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  2. Hallo ,

    Meine Frage wäre : Kann sich die Autorin vorstellen ein Buch zu
    schreiben z.B mit Nora Roberts ? Kann sich die Autorin vorstellen
    Kinderbücher zu schreiben .

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  3. Dankeschön für das echt tolle Interview. Mich würde interessieren, was ihre nächsten Projekte sind und ob sie sich vorstellen, mal was ganz anderes zu schreiben.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Hallöchen,

    Ich würde wissen wollen, welches Buch sie so begeistert, dass sie es gern selbst geschrieben hätte. ))

    LG Tanya

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  5. Hallo,
    meine Frage: Hast du es je bereut, doch nicht Archäologie studiert zu haben? Warst du mal auf einer oder mehreren Ausgrabungen?

    lg, Jutta

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  6. Hallo,

    mich würde interessieren, welche Figur aus einem Buch sie am liebsten mag ;)

    LG

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  7. Hallo, und Danke für das schöne Interview!
    Mich würde interessieren, ob es schwer war einen Verlag für das erste Buch zu finden.
    Liebe Grüße
    Tanja

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