Freitag, 29. September 2017

Die Optimierer - Theresa Hannig [Rezension]



Rezension – Die Optimierer – Theresa Hannig




Titel: Die Optimierer
Originaltitel: Die Optimierer
Autor: Theresa Hannig
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Dystopie, Science Fiction, Drama
Format: epub / mobi
Seitenzahl: 304 Seiten
Preis: 8,49€
ASIN: B01MRKP4LV 





Samson ließ das Lenkrad los und blickte nach draußen. Vor seinem Fenster huschten Dutzende von Wahlplakaten vorbei.

Deutschland im Jahr 2050. Samson Freitag ist Lebensberater aus Leidenschaft. In der durchstrukturierten Optimalwohlökonomie kümmert sich der Staat um seine Bürger, und dazu gehört die Zuteilung des passenden Berufs für jeden. Samson ist glücklich, seinen Teil zu einer optimalen Gesellschaft beizutragen. Bis zu dem Tag, an dem sich eine Frau nach seiner Beratung das Leben nimmt. Als Samson dann auch noch erfährt, dass er vor Jahren einen drastischen Fehler machte, der dem System durchging, beginnt er die Prozesse der Gesellschaftsoptimierung zu hinterfragen - mit ungeahnten Folgen...

Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben und berichtet aus der Sicht von Samson Freitag.
Samson arbeitet bei der Lebensberatung in einer optimierten Gesellschaft und erzählt Anderen aufgrund von Daten, welche Möglichkeiten ihnen offen stehen, um der Gesellschaft von Nutzen zu sein. Er hilft somit Menschen, einen Beruf zu finden, der ihren Stärken entspricht. Aber als Angestellter des Staats hat er auch eine Vorbildfunktion und ein intaktes Privatleben ist eine wichtige Voraussetzung für die Anstellung. Er ist klug, aber gleichzeitig egoistisch und naiv, denn er genießt viel zu sehr ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft zu sein, welches kurz vor seinem sozialen Aufstieg steht.
Im Laufe der Geschichte gerät er an seine Grenzen, ohne sich wirklich weiterzuentwickeln, auch wenn er sich neuen Situationen stellt. Ich hatte ein wenig Probleme damit, mich in ihn hineinversetzen, was an seinem Charakterkonzept liegt, denn er reagiert sehr egoistisch und irrational zeitweise.

Die Geschichte spielt in einer nicht so fernen Zukunft, in der es die EU nicht mehr so gibt und das Leben soweit optimiert ist, dass der Staat und die Wirtschaft für die Menschen da ist, um ihr Leben bestmöglichst zu nutzen und gestalten. Der Mensch steht im Vordergrund und nicht mehr die Unternehmen. Es ist eine erschrecke, realistische Zukunft, in der die Anzahl der Sozialpunkte das Leben bestimmt, was man führen kann. Indem man hilft, das System zu verbessern oder ein Job oder ein Leben führt, was ein Vorbild für die Gesellschaft ist, erhält man Sozialpunkte und hat entsprechend mehr Wohlstand und Rechte. Doch fällt man erst einmal unter eine bestimmte Anzahl wird man zum Geächteten und findet sich ganz unten wieder. Das System und die Technik, die verwendet wird, sind sehr interessant, gut durchdacht und passend für eine zeitnahe Zukunft. Das Buch konnte mich von Beginn an fesseln und mitreißen. Es gibt überraschende Wendungen und Entwicklungen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen.

Ein gelungener Debütroman, der ein Leben in einer nicht so fernen Zukunft erzählt, die sehr realistisch und durchdacht ist. Leider hatte ich ein paar Probleme mit dem Charakter des Protagonisten, auch wenn es alles zu den Ereignissen gepasst hat, deshalb gibt es von mir


An dieser Stelle möchte ich der Autorin und dem Verlag für das Bereitstellen des Vorabexemplares im Rahmen der Leserunde danken. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich reue mich schon auf das nächste Buch der Autorin. Ein wirklich gelungenes Debüt. Habt ihr das Buch denn auch schon gelesen? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Wenn nein, würdet ihr es lesen wollen?

Wünsche euch einen schönen Tag. 
Eure Nadja

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Das Jahr 2052 scheint es den Autoren von Dystopien momentan sehr angetan zu haben:
https://www.amazon.de/Wasserscheiden-Alfred-DeMichele-ebook/dp/B07CNCXJ1J