Mittwoch, 29. November 2017

Nur ein Wort: Seulement une parole - Christina Talberg [Rezension]



Rezension – Nur ein Wort: Seulement une parole – Christina Talberg




Titel: Nur ein Wort – Seulement une parole
Originaltitel: Nur ein Wort – Seulement une parole
Autor: Christina Talberg
Verlag: ProTalk Verlag
Genre: Drama, Romance
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 242 Seiten
Preis: 14,90€
ISBN: 9783939990420




Klick – klack, klick – klack, ich habe das Gefühl, ich laufe auf Stelzen, klick – klack, das Wohnzimmer ist voller Partygäste, eine verschwommene Menge, nur Pedro ist deutlich zu sehen, aufrecht sitzt er da hinten auf dem roten Sofa und blickt mir entgegen, klick – klack, eine falsche Bewegung und ich stürze von hoch oben in die Tiefe und kann die zersplitterten Stelzen aufsammeln.
Jetzt kann ich nicht mehr umkehren.

Wer zu lange in der Vergangenheit lebt, der verfügt über keinen offenen Blick auf die Welt, die vor einem liegt. Annas Blick auf diese Welt ist verschleiert, denn der Tod ihres Vaters hat Wunden hinterlassen, die erst zu Narben verheilen müssen. Pedro jedoch flieht buchstäblich vor seiner Vergangenheit. Als katholischer Pfarrer eines Slums aus Kolumbien wird er wegen seines Einsatzes für soziale Gerechtigkeit politisch verfolgt. Die Wege beider Figuren kreuzen sich in Paris und lassen an diesem Scheideweg eine Liebe erblühen, die jedoch einigen Hindernissen ausgesetzt ist. Das Keuschheitsgelübde verbietet Pfarrern wie Pedro, sich zu verlieben. Ist es überhaupt möglich, Menschen bestimmte Gefühle zu verwehren? Das ist eine der vielen Kuriositäten der modernen Gesellschaft, die im Roman aufgegriffen werden. Lassen Sie sich vor allem von Annas humorvoller und kreativer Art, mit der sie die Welt nach ihren Vorstellungen beschreibt, die Laune erhellen. Lassen Sie sich beeindrucken von ihrem Ehrgeiz, die Welt zu verändern. Und begleiten Sie sie auf eine Reise, die sie immer weiter weg von der Vergangenheit führt, hinein in eine Zukunft, in der sie emanzipiert und mit offenem Blick die Liebe zu einem Mann ausleben kann.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und berichtet aus der Sicht von Anna.
Anna ist eine junge Frau, deren Kindheit Spuren hinterlassen hat, denn nach dem Tod ihres Vaters gab es einen anderen Mann, der ihre Mutter heimlich beglückte, sich als Vater verhielt und doch kein Vater war, da er nie öffentlich zu ihrer Mutter stand. Genau das Problem hat sie zu ihrem Studium geführt, in dem sie sich mit Tabus, der Geistlichkeit und der Ethik beschäftigt. Sie ist klug, engagiert und wohnt in einem kleinen Appartment in Paris.
Im Laufe der Geschichte gerät sie an ihre Grenzen, stellt sich neuen Problemen und entwickelt sich ein wenig weiter. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fand ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehbar.

Das Buch ist eine Geschichte, die in keine Konventionen passt, denn sie ist gesellschaftskritisch und spielt mit Tabus. Der Schreibstil ist außergewöhnlich und spielt mit Gedanken und Problemen, aber auch unterschiedlichen Lebensformen. Es ist eine Geschichte, die auch ein wenig zum Nachdenken anregt. Mein großes Problem mit der Geschichte ist der rote Faden, der für mich nicht unbedingt offensichtlich war. Es ist eher ein Ausschnitt aus einem Leben, welches Veränderungen auf der ganzen Welt bedeuten kann. Ebenso bin ich nicht so ganz warm mit dem Schreibstil geworden, obwohl er angenehm und flüssig zu lesen war. Es gibt mehr oder weniger überraschende Wendungen und Entwicklungen.

Ein ungewöhnlicher Roman, der mit Gedanken und Problemen auf eine besondere Art und Weise umgeht, aber mit dem ich auch meine Probleme hatte, daher gibt es von mir


An dieser Stelle möchte ich dem Verlag und das Bereitstellen des Rezensionsexemplares danken. Mir hat das Buch gut gefallen. Habt ihr das Buch denn auch schon gelesen? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Wenn nein, würdet ihr es noch lesen wollen? Wie hat euch meine Rezension gefallen?

Wünsche euch einen schönen Tag. 
Eure Nadja

1 Kommentar:

Christina Talberg hat gesagt…

Herzlichen Dank, Nadja! Ich kann das mit dem roten Faden sehr gut verstehen! Vielleicht wollte ich zu viele Fäden in diese Geschichte hineinflechten. Mich freut sehr, dass du meinen Roman als ungewöhnlich empfunden hast. Genau das wollte ich: etwas Neues und Anderes versuchen.
Herzliche Grüße,
Christina Talberg