Freitag, 26. Januar 2018

Das Mädchen mit der goldenen Schere - Julia Drosten [Rezension]



Rezension – Das Mädchen mit der goldenen Schere – Julia Drosten




Titel: Das Mädchen mit der goldenen Schere
Originaltitel: Das Mädchen mit der goldenen Schere
Autor: Julia Drosten
Verlag: Self-Publishing
Genre: Historical, Drama, Romance
Format: epub / mobi
Seitenzahl: 393 Seiten
ASIN: B076BVNV8C





„Ich habe Angst“, flüsterte die junge Frau.
Ihre Begleiterin erwiderte nichts, sondern verzog nur geringschätzig den Mund.

Am Weihnachtsmorgen 1889 wird Fanny im Allgemeinen Wiener Krankenhaus geboren. Ihre Mutter besteht auf einer anonymen Geburt und verlässt das Krankenhaus kurz danach ohne ihr Kind. Fanny wächst im Findelhaus auf, wo sie von der Oberpflegerin Josepha mit liebevoller Strenge erzogen wird.
Sie muss früh lernen, sich durchzusetzen und wird eine erfolgreiche Maßschneiderin, deren Entwürfe in der Modewelt Trends setzen. Das ungelöste Rätsel ihrer Herkunft lässt sie nie los, aber alle Spuren zu ihren Wurzeln führen ins Nichts.
Beruflich äußerst erfolgreich, bleibt ihr in der Liebe das große Glück verwehrt.
Als der Erste Weltkrieg endet, der ihre Karriere jäh unterbrach, tun sich neue Chancen auf: Nicht nur das gemeinsame Leben mit ihrer großen Liebe rückt plötzlich in greifbare Nähe, auch das Geheimnis ihrer Herkunft scheint Fanny endlich lüften zu können.

Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben und berichtet hauptsächlich aus der Sicht von Fanny Schindler, auch wenn ab und an andere Personen zu Wort kommen.
Fanny kommt als Findelkind 6572 in Wien zur Welt. Ihre Mutter hat darauf bestanden, anonym zu gebären und ihren Vater und ihren Namen nicht erwähnt. Daher weiß sie nicht, woher sie kommt und wer ihre Eltern ist. Nur Josepha, die Leiterin des Findelhauses, ist ihr die einzige Familie, die sie ihr Leben lang hat. Sie erzieht sie zu einer selbständigen, selbstbewussten, klugen jungen Frau, die aber sehr eigensinnig und stur ist. Fanny fällt es schwer, den Mund zu halten, wenn sie der Meinung ist ungerecht behandelt zu werden, und hat ein gutes Gespür für Mode und Schnitte. Alles, was sie kann, hat sie sich selbst beigebracht, doch ihre Ziehmutter besteht darauf, dass sie ihr Glück auf einer Hauswirtschaftsschule versucht.
Fanny gerät während der Geschichte an ihre Grenzen, wird erwachsen, entwickelt sich weiter und wächst über sich hinaus. Sie lernt ihren Weg zu gehen. Ich konnte mich wirklich gut in sie hineinversetzen und fand ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehbar.

Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn. Das Buch ist historisch gut recherchiert und sprachlich der Zeit angepasst, ohne aber zu schwer zu sein. Das Buch lässt sich trotz der ungewohnten Wörter angenehm und flüssig zu lesen. Auch wenn historische Ereignisse nicht immer eine prägende Rolle in der Geschichte einnehmen, waren sie dennoch präsent und man hat sich mit Fanny als Teil der Zeit gefühlt, auch wenn Fanny ihrer Zeit vielleicht ein wenig voraus war. Es ist eine Geschichte über die Suche nach der eigenen Identität, gesellschaftlichen Ständen, Wünsche und Träume. Das Buch konnte mich fesseln und mitreißen. Es bietet mehr oder weniger überraschende Wendungen und Entwicklungen. Mit hat zeitweise ein roter Faden gefehlt, denn man begleitet zwar Fanny, aber man hofft auf etwas, was einen noch zusätzlich durch die Handlung treibt. Zwar spielt die Suche nach Fannys leiblichen Eltern immer mal wieder eine Rolle, aber für mich war das nicht ausreichend. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen.

Eine gelungene Geschichte mit einen gut recherchierten historischen Setting und einer interessanten Protagonistin, die mich gut unterhalten konnte, aber für mich fast zu wenig roten Faden hatte, daher gibt es von mir


An dieser Stelle möchte ich der Autorin (bzw. dem Autorenehepaar) für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares danken. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich werde bestimmt noch einmal ein Buch von den Beiden lesen. Habt ihr das Buch denn auch schon gelesen? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Wenn nein, würdet ihr es noch lesen wollen? 

Wünsche euch einen schönen Tag. 
Eure Nadja

Kommentare:

In Buechern Leben hat gesagt…

Huhu :D

Das Cover hätte mich jetzt so direkt nicht angesprochen, aber die Geschichte klingt dennoch interessant! :D

Danke fürs Vorstellen!

Liebe Grüße
Jessi

Nadja Bookworm hat gesagt…

Hallo Jessi,
freut mich, dass der Inhalt dein Interesse wecken konnte. Es ist auf jeden Fall ein historischer Roman, der sehr angenehm zu lesen war. Was liest du denn sonst so?
Liebe Grüße,
Nadja