Samstag, 17. Februar 2018

Warum man mich vertreibt - Blogtour "Der König der Gaukler"



Warum man mich vertreibt – Blogtour „Der König der Gaukler“



Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch zum vierten Tag der Blogtour zu „Der König der Gaukler“ von Andreas Otter begrüßen. Gestartet ist die Tour bei Anna, die euch einen ersten Einblick gewährt hat, bevor es euch Jessica zum Feuerspektakel mitgenommen hat. Gestern hat Daniela etwas über die Krankheit des Teufels erzählt. Heute übernehme ich nicht das Wort, sondern Anna, die euch etwas darüber erzählt, warum man sie vertreibt. Es war ein wenig schwer, die Worte so zusammenzufassen, damit ihr es versteht, denn für Anna war es nicht leicht, mir das alles zu erzählen. Die Angst in ihren Augen war sichtbar.


„Mir fällt es schwer, diese Worte zu erzählen, denn die Pest wütet überall, der schwarze Tod. Menschen sterben und es wird ein Grund dafür gesucht, warum sie so viele Leben fordert. Und es ist einfach, eine andere Bevölkerungsgruppe dafür verantwortlich zu machen. So ist die Krankheit auch als Judenseuche bekannt.“


„Ihr kennt mich unter dem Namen Anna, ich bin Wahrsagerin in einer Gaukler-Gruppe, denn ich habe besondere Augen, doch nicht immer trug ich diesen Namen. Mein Name ist Mirjam und ich bin Jüdin, was in diesen Tagen ein Todesurteil ist. Daher trage ich diesen Namen nicht mehr, zu meiner eigenen Sicherheit, verleugne meinen Glauben und bete still, um zu überleben. Juden werden verfolgt, getötet, denn sie hoffen, dass dadurch diese Krankheit verschwindet, die unter den Menschen wütet.“


„Ich wusste bereits im ersten Moment, als sie das jüdische Viertel in Ulm, der Stadt, die mein Vater als neue Heimat ausgewählt hat, betraten und uns jagten, dass etwas nicht stimmte. Überall Feuer, Gewalt und Schreie. Die Bilder werden niemals verschwinden. Ich wusste in dem Moment nur eines: Ich musste mich und meinen Bruder retten, auch wenn ich damit unseren Glauben verleugnete, indem ich die Symbole unseres Glaubens ablegte. Ich hoffte auf einen Irrtum, doch je weiter ich mich vom jüdischen Viertel entfernte, desto mehr wusste ich, dass es nicht so war. Die Christen glaubten, die Juden wären Schuld und damit hatten sie ein Objekt des Hasses.“


„Als Jüdin sich anzupassen, sich zu verleugnen und ein Leben zu führen, was nicht unbedingt im Sinne von Gott ist, um zu überleben, war für mich die schwierigste Herausforderung. Begriffe und Worte nicht mehr zu benutzen, die einen bereits als Kind anerzogen wurden, war für mich zu Beginn schwierig. Doch ich wurde mit offenen Armen unter anderen Ausgestoßenen empfangen, unabhängig des Glaubens, was mir Hoffnung gegeben hat.“


Ich hoffe, ich konnte euch Annas Worte ein wenig nahe bringen. Es gibt während der Blogtour auch etwas zu gewinnen und zwar folgendes:

3x1 signiertes Print „Der König der Gaukler“

Es kann jeden Tage ein Los gesammelt werden, indem die individuelle Tagesfrage beantwortet wird. Meine für heute lautet: Würdet ihr, um euer Leben zu bewahren, euren Glauben und eure Erziehung verleugnen oder nicht? Und warum?

Es gelten folgende Teilnahmebedingungen. Das Gewinnspiel endet am 19.02.2018 um 23:59 Uhr.


Morgen geht es weiter bei Claudia von Claudis Gedankenwelt, die ein wenig den Autoren ausgequetscht hat. Den gesamten Fahrplan habe ich noch einmal hier in der Übersicht:

Mittwoch, 14. Februar 2018
Wir bieten feil…
bei Anna von Passion4Books

Donnerstag, 15. Februar 2018
Zu Besuch beim Feuerspektakel
bei Jessica von Bücher-Liebe

Freitag, 16. Februar 2018
Die Krankheit des Teufels
bei Daniela von Buchvogel

Samstag, 17. Februar 2018
Warum man mich vertreibt…
heute hier bei mir

Sonntag, 18. Februar 2018
Autorenfolter
bei Claudia von Claudis Gedankenwelt


Die Gewinner werden zeitnah hier bekanntgegeben. Ich hoffe, euch hat mein Beitrag gefallen und ihr seid morgen wieder mit dabei. Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja

Kommentare:

Aleshanee Tawariell hat gesagt…

Guten Morgen Nadja!

Eine interessante Frage, die ich gar nicht so einfach beantworten kann.
An sich ist die erste Reaktion: Natürlich würde ich alles tun, um mein Leben zu retten. Allerdings käme es, wenn ich länger darüber nachdenke, auch auf die Umstände an: was genau bedroht mein Leben, welche Überzeugungen müsste ich aufgeben bzw. geheimhalten und wie würde sich das ganze auf mein Leben auswirken.
Damals war das schon echt heftig, aber leider kann man das teilweise ja auch noch in die heutige Zeit mitnehmen, durch die vielen Vorurteile muss man ja sogar jetzt oft noch darauf achten, wo man was zu wem sagt. Schade, dass die Menschen da scheinbar nicht viel dazugelernt haben ...

Vielen Dank für den interessanten Beitrag!
Liebste Grüße, Aleshanee

Manuela Schäller hat gesagt…

Huhu,
das ist eine schwere Frage, die ich so von weitem aus Sicherheit anders beantwortrn würde als wenn ich in der Situation bin. Denn wenn es um sein Leben geht tut man manches, aber ich denke wenn ich nicht allein wäre, also Gleichdenkende um mich hätte würde ich sicher im Hintergrund für meinen Glauben kämpfen.

LG Manu

karin hat gesagt…

Hallo und guten Tag,

schwierige Frage und nicht leicht zu beantworten, aber ich persönlich sehe mich nicht in der Rolle einer Märtyrerin

und deshalb würde ich in diesem Fall mein Leben und seine Unversehrtheit höher bewerten als mein Glauben oder meine Gesinnung.

Sorry, aber jeder lebt nur einmal auf dieser Welt....

LG..Karin...

Irini Rafaela hat gesagt…

Hallo,

Und Danke für den tollen Beitrag 🔝

Hmm eine sehr interessante und gleichzeitig auch eine schwierige Frage.
Als Held sterben oder liebe wie ein Verräter weiterleben ?! Beides hat seine Konsequenzen bei der ersten Perspektive stirbt man bei der anderen wird man für immer Schuld - Gefühle haben und sich immer die Frage stellen diese Verleugnung es Wert war .
Deswegen würde ich mein Glauben und meine Erziehung nie Verleugnung denn diese Werte uns zu einen Menschen machen wenn ich sie verleugne dann wäre es für mich persönlich so als würde ich mich selbst verleugnen.

Liebe Grüße
Irini

Irinaki26062012@gmail.com

Martina hat gesagt…

Puh, was für eine schwierige Frage! Ich denke, die kann mna wirklich erst beantworten, wenn man vor diesem "Dilemma" steht. Ich denke, es würde auch auf die genaue Situation ankommen und man muss mit den Konsequenzen leben oder sterben können.
Liebe Grüße
Martina
stamplover@gmx.at

Nicole Dauchenbeck hat gesagt…

Hallo
Gute Frage ich glaube ich würde es tun, um zu überleben, da ich eh ein ängstlicher Mensch bin.
Liebe Grüße Nicole Dauchenbeck

Susan's World hat gesagt…

Hallöchen! :)

Toller Beitrag und sehr gute Frage.

Ich würde nicht meine Meinung verleugnen, aber sie Situationsbedingt wenn es um Leben und Tod ginge so anpassen das ich entkommen könnte. Das wäre wie schon gesagt Situations bedingt.

Liebe Grüßle Susanne

Anonym hat gesagt…

Hallo und vielen Dank für diesen schönen Blogtour-Tag! Ich denke, ich würde in erster Linie versuchen, mein Leben zu retten. Dafür würde ich auch zu einer Notlüge greifen und meine Religion/Konfession bzw. Erziehung verleugnen. Eine Lüge, um das eigene Leben zu retten, finde ich ok, insbesondere weil man ja mit der Lüge über Religion und Erziehung keinen anderen Menschen schadet.

Liebe Grüße
Katja

kavo0003[at]web.de