Donnerstag, 26. April 2018

Frauenfiguren in der Fantasyliteratur - Blogtour "Die Klinge des Schicksals"


Frauenfiguren in der Fantasyliteratur – Blogtour „Die Klinge des Schicksals“


Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich zum vierten Tag der Blogtour zum Buch „Die Klinge des Schicksals“ von Markus Heitz begrüßen. Gestartet ist die Tour bei Jasmin, die euch das Buch vorgestellt hat, bevor es bei Meike um die Welt und die Natur im Buch ging. Gestern hat Jens den Autoren Markus Heitz portraitiert. Heute geht es bei mir um Frauenfiguren in der Fantasyliteratur, insbesondere den Büchern von Markus Heitz, die ich kenne.


So unterschiedlich Frauen im realen Leben sind, so unterschiedlich sind Frauen in der Fantasyliteratur. Es gibt Frauen, die auf ihren Helden warten, der sie rettet. Aber es gibt auch Frauen, die die Dinge selbst anpacken und das Schicksal der Welt nicht allein männlichen Charakteren überlassen. Starke Frauencharaktere, die aber auch an sich selbst zweifeln und emotional sein dürfen, nehmen einen immer größeren Anteil in der Fantasyliteratur, zumindest nach meinem persönlichen Eindruck.

Eine meine ersten beendeten High Fantasy-Reihen war tatsächlich „Der Stern von Erui“ von Sylvia Rieß, eine Self-Publisherin, die eine großartige Welt mit Erui geschaffen hat. Hauptprotagonistin ist die junge Fenia, die in unserer Welt aufgewachsen ist, aber dann nach Erui verschwunden ist, um dort ihrer Herkunft gerecht zu werden. Schwierige Aufgaben hatten sie erwartet und sie ist daran gewachsen, wurde aber auch innerlich zerstört. Beginnen tut die Geschichte vier Jahre nach den Ereignissen, als Fenia dann nach Erui zurückkehrt. Man lernt ihre Vergangenheit und ihren inneren Konflikt näher kennen. Sie ist eine zerbrochene, ruhige, junge Frau, die eine innere Zerrissenheit prägt, und einen sehr vielfältigen Charakter hat, der mich immer noch tief beeindruckt. Gleichzeitig stark und schwach trifft in meinen Augen auf sie zu.

Meine ersten Bücher, die ich von Markus Heitz beendet habe, ist die Wédora-Dilogie. Dort ist eine der Protagonisten Tomeija, eine gutherzige und erfolgreiche Scirgerefa, eine Art Gesetzeshüterin, die gemeinsam mit ihrem besten Freund in Wédora strandet. Sie ist eine starke, selbstbewusste Frau, die aber im Laufe der Geschichte noch viel über sich selbst lernt und zum Glauben findet, ohne dabei an Stärke einzubüßen. Tomeija ist ein starker Frauencharakter, der im Laufe der Dilogie nur tiefgründiger wird, auch wenn sie zeitweise unkonventionell arbeitet.

Auch wenn ich die Bücher erst nach den Filmen gelesen habe, so ist „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien vielleicht eine der Fantasyromane, der ganze Generationen geprägt haben. Auch wenn es dort hauptsächliche männliche Helden gibt, so haben wir zwei unterschiedliche Frauencharaktere in der Trilogie.
Einmal haben wir Arwen, eine Elbin aus Bruchtal, die aufgrund der Liebe auf ihre eigene Unsterblichkeit verzichtet. Sie kämpft nicht offen im Konflikt, aber nutzt ihren Einfluss als Tochter des Herrn von Bruchtals dafür ein, um ihre Liebe und die Gemeinschaft des Rings im Konflikt gegen Sauron und Mordor zu unterstützen. Arwen ist somit eine entschlossene, selbstbewusste Frau, die zwar das Kämpfen beherrscht, aber nur einmal das Schwert gegen die Feinde zückt. Hier sind Männer und Frauen gleichberechtigt. Elben werden älter als Menschen, da sie unsterblich sind.
Dann haben wir noch Eowyn, eine Menschenprinzessin aus Edoras, eine junge Frau, die das Kämpfen liebt und es hasst, im Schloss andere Pflichten zugewiesen zu bekommen. Sie ist mutig und selbstbewusst, auch wenn sie ihre Fähigkeiten vielleicht ein wenig überschätzt. Während hier also die Männer das Kämpfen übernommen, müssen die Frauen sich um Heim und Hof kümmern. So ist es ihre Aufgabe während der Schlacht sich um die Frauen und Kinder in den Höhlen zu kümmern, während sie am liebsten ihren Bruder und Onkel in der Schlacht unterstützen würde. Daher schleicht sie sich auch als Mann verkleidet in das Heer ihres Onkels ein, als dieses nach Gondor zieht, um ihren Beitrag zur Schlacht zu leisten, was sie auch eigensinnig macht.

In „Die Klinge des Schicksals“ von Markus Heitz haben wir zugleich eine besondere Protagonistin, denn sie ist im Gegensatz zu den meisten Frauenfiguren nicht jung, sondern weit über die 60. Danéstra ist die Herrin von Kaltensee und unverheiratet, auch wenn sie bereits einige Kinder hat, alle von unterschiedlichen Männern. Doch keine der Männer kann sie dazu verleiten, ihren Besitz unter fremder Hand zu stellen. Ebenso wie sie können ihre Töchter, ebenso wie ihr Sohn, Kaltensee verteidigen und haben sich einen Namen gemacht. Als „Klinge des Schicksals“ ist Danéstra bekannt, den Schwachen zu helfen und in den richtigen Situationen, durch höhere Mächte geleitet, aufzutauchen. Allgemein werden Frauen aufgrund ihrer Fähigkeiten geschätzt in der Welt, die Markus Heitz entworfen hat, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn damit einige Männer nicht mit selbstbewussten Frauen umgehen können.

Somit kann man sagen, dass in der Fantasyliteratur es unterschiedliche Frauencharaktere gibt. Sie müssen ihre Stärke aufgrund ihres Alters und Geschlechts erst beweisen, da man einer jungen Frau meist weniger zutraut. Hat man sich aber erst einmal einen Namen gemacht, so ist es dann aber etwas einfacher, auch wenn das nicht immer zutrifft. Frauen müssen sich mehr und häufiger beweisen als Männer, zumindest habe ich den Eindruck gemacht. 


Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in Frauenfiguren in der Fantasyliteratur gemacht. Mich würden aber eure Erfahrungen interessieren, wie ihr Frauenfiguren in der Fantasyliteratur wahrnimmt.

Morgen geht es weiter bei Benny von Bücherfarben, der einen Brief an die Protagonistin für euch hat. Den gesamten Fahrplan habe ich hier noch einmal in der Übersicht:

Montag, 23. April 2018
Buchvorstellung
bei Jasmin von Bücherleser

Dienstag, 24. April 2018
Vorstellung der Welt bzw. der Natur im Buch
bei Meike von Zeilenfuchs

Mittwoch, 25. April 2018
Autorenportrait
bei Jens von Der Lesefuchs

Donnerstag, 26. April 2018
Frauenfiguren in der Fantasyliteratur
heute hier bei mir

Freitag, 27. April 2018
Brief an die Protagonistin
bei Benny von Bücherfarben

Ich hoffe, euch hat mein Beitrag gefallen und ihr seid morgen wieder mit dabei. Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja

1 Kommentar:

dasSchugga hat gesagt…

Moin,
mich stört es, dass in vielen Fantasyromanen die Frauenrolle so dermaßen veraltet ist, dass die Frauen grad mal zum Putzen und Kochen gut genug sein sollen und Kriegerinnen milde belächelt werden. Fantasy, in welcher die Frauen gleichberechtigt daherkommen, kann man/frau leider mit der Lupe suchen, sehr ärgerlich.
LG Christina P.